Mal etwas zur Stimme (oder dem Klang der Seele)…

Ich spreche (oder schreibe viel mehr) in letzter Zeit öfter von der bevorstehenden Stimm-OP und habe eigentlich noch nicht viel zum eigentlichen Thema geschrieben. Ich gehe hier nicht ins Detail, da man sowieso aufgeklärt wird und zweitens schon viele andere Infos im Netz zu finden sind.

Grundsätzlich gibt es zwei Techniken, die zurzeit verbreitet/verfügbar in Deutschland sind. Eine strafft in irgendeiner Form die Stimmbänder, die andere verkürzt sie, in verschiedenen Varianten. Ich habe mich für die Zweite entschieden. Vor allem deswegen, weil es der „harmlosere“ Eingriff ist. Die Stimme klingt danach wahrscheinlich auch nicht künstlich und die Stimmbänder werden für sich nicht stärker gespannt. Dennoch es entsteht eine Wunde und das Risiko ist natürlich auch nicht unwesentlich.

Das Gerücht, dass eine echte Stimmerhöhung erreicht wird, hält sich hartnäckig. Die Stimme für sich wird nicht höher, aber das liegt an dem Missverständnis, was die Stimme denn ist. Die Stimme für sich –ist der Bereich aller erreichbaren Töne und Lautstärken. Bei den hier genannten Verfahren wird die Stimme um die tiefen Töne beraubt. Ein ganzer Bereich wird nach der OP, so denn alles einwandfrei funktioniert, nicht mehr verfügbar sein, weil die Stimmlippen kürzer sind (oder straffer gespannt sind). Die Stimme wird aber auch schwächer, insbesondere leiser und zunächst auch heiser, vielleicht auch dauerhaft! Was sich verändert ist, dass die mittlere Sprechtonlage angehoben wird. Fälschlicherweise glauben deshalb einige, dass die Stimme insgesamt nun höher ist.

Ein einfaches Beispiel: Man kann danach nicht höher kommen, als man jetzt schon kommt, doch die „Mitte“ wird etwas höher geschoben, die Stimme wirkt also höher. Man bekommt aber nach oben hin nichts dazu, wenn ich also vorher nicht annähernd in den Sopranbereich komme, werde ich danach auch nicht in diesem Bereich sein.

Die erste OP Variante sorgt dafür, dass die Stimme meist unnatürlich (aber höher) klingt. Es klingt dann so als würde man permanent in Kopfstimmlage sprechen. Letztlich – wie bei allem – ist es ein sehr individuelles Ergebnis, was auch einen großen Anteil an dem Risiko darstellt. Prognosen sind sehr schwer zu treffen und selbst, wenn alles passt, kann man nichts garantieren. Die Wahrscheinlichkeit ganz zu verstummen, ist allerdings eher gering, entgegen dem weit verbreiteten Glauben.

Viele sind auch mit dem Ergebnis unzufrieden, weil sie die Regel LEISER UND HEISER ignorieren oder weil sie erwarten sich auf einmal wie Silvia Mißbach, die Synchronstimme von Poppy Montgomery oder Poppy Montgomery selbst (eine wunderschöne Frauenstimme meiner Meinung nach) anzuhören.

Ich denke also ich habe gute Chancen zufrieden zu sein, weil die Erwartung stimmt. Ich glaube, dass ist bei dem gesamten Weg ganz wichtig, man braucht möglichst klare Vorstellungen und ich muss für mich auch immer abschätzen wie viel Kraft das „danach“ brauchen wird (vor allem hier die Nachsorge und Einschränkungen). Es wird oft vergessen, dass die Entscheidung, der (entsprechende) Schritt und das Danach auch Energie und Zeit erfordern.

Letztlich weiß ich, dass meine Stimme zurzeit definitiv nicht das widerspiegelt was sie nach dem Gefühl sollte, wie auch, daher bleibt nur dieser Schritt. “Klang der Seele” bezieht sich übrigens auf einen Zeit-Artikel, den ich ziemlich anstrengend fand. Ich halte euch auf dem laufenden bei diesem Seeleneingriff. ;-)

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Es kann auch echt anstrengend sein…

Manchmal einfach komisch...

Manchmal einfach komisch…

Ich bin im Wochenende gerade angekommen und stelle fest, es ist 21:59 Samstagabend. Ich war diese Woche dank einer lieben Freundin bei den Transsisters (Berlin). Ich war dort schon öfter und habe dort viele interessante und sehr nette Menschen kennengelernt. Zugegeben es gibt eben auch die schrägen Vögel, aber bunt ist wichtig und man selber fühlt sich dann schrecklich normal. :-)

Was ich aber auch merke ist, wieviel Energie meine Strategie kostet. So ein „Wechsel“ ist nicht einfach. Alles ändert sich und neben der Tatsache, dass ich echt körperlich heftig abgebaut habe, merke ich auch, dass der Kopf etwas anders ticken kann unter Östrogen. Es ist schon immer mal wieder anstrengend, wenn man nicht im Hotelpool planschen kann oder vielmehr es sich einfach (noch) nicht traut. Es ist aber auch anstrengend das „Projekt“ neben der Arbeit laufen zu lassen. Andere haben Freundin oder Freund Zuhause und müssen sich bestenfalls mal über die Post von der Bank ärgern am Wochenende. In dem „Transprojekt“ gebucht verbringt man das Wochenende mit der Recherche über OPs und formuliert Fragen an den Arzt oder denkt sich eine möglichst höfliche Antwort für das Schreiben vom Gutachter/Krankenkasse/Behörde… aus, die mal wieder mit irgendwas Probleme hat.

Ich merke auch, dass mir dann einfach der Nerv für ganz alltägliches -aber nicht zwingend notwendiges – fehlt. Ich staubsauge schon lange nicht mehr jedes Wochenende, warum auch bei etwa 24 Stunden Anwesenheit? Ich habe das kochen auch (leider) aufgegeben und hole mir lieber schnell etwas um die Ecke. Dokumente stapeln sich und die Reisekostenabrechnung macht sich auch nicht von alleine. Kaum ist morgen die Wäsche trocken, geht es dann schon ans bügeln, Check-in, Taxi bestellen, packen, ab ins Bett, die neue Woche beginnt. Pünktlich geht es dann montags früh wieder los und ich frage mich, wo das Wochenende hin ist.

Glücklicherweise geht es einigen so, aber die Last die man mit diesem Zusatzprojekt hat darf man keinesfalls unterschätzen. Ich neige manchmal dazu dies zu tun, doch dann denke ich daran, wie viele Menschen über einen Burnout nach der GaOP berichten oder die einfach so eine Depression ausbrühten.

Ich nehme viel geistig vorweg, mache mir Gedanken, stelle mir vor wie es ist, wenn man dies oder das macht und was ich dann alles beachten muss. Allerdings kann schon der Gedanke evtl. 10 Tage stimmlos zu sein sehr bedrückend sein, genau wie andere Gedanken, die dann immer mal wieder auftauchen. Ich versuche mir dann zu sagen, dass es dann nicht mehr so schlimm sein wird und alles in etwa 2 Jahren vorbei sein kann – natürlich im positiven Sinn.

Nur einen Vorsatz habe ich gefasst: Ich handle nicht mehr ganz so rational und ich lasse mir nicht mehr von Angst alles im Leben diktieren. Angst hatte ich lange genug, doch der Schritt über den eignen Schatten ist ein schwerer und wenn es nur ums planschen geht. ;-)

Einen guten Start in die Woche!

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Von kleinen Veränderungen

Neue Schätze... ;-)

Neue Schätze… ;-)

Schon lange habe ich nichts mehr über Veränderungen geschrieben die mit der Hormontherapie zusammenhängen. In den letzten Wochen fiel mir immer mehr auf, dass ich wohl meine Schuhe gut eingelaufen haben muss, da ich immer öfter mal rausgerutscht bin, das dachte ich bis ich im Schuhladen aus einem Schuh rausgerutscht bin, der normalerweise gepasst hat.

Es gibt viele Gerüchte über Dinge die sich ändern oder nicht ändern, die Füße sind so ein Thema. Sei es nun, weil ich seit gut einem Jahr Pumps trage oder weil wirklich etwas kleiner geworden ist, aus der anfänglichen Größe ist nun so langsam eine Größe kleiner geworden, klar ist der Fuß noch relativ breit und es brennt auch, dass ich die Umrisse (vorher/nachher) mal vergleiche, aber doch ein schönes Gefühl. ;-)

Bei den anderen Dingen stellt sich eine Stagnation ein, die Brust tut so als ob sie wachsen will tut es aber noch nicht so wirklich, darauf habe ich natürlich immer ein Auge. ;-) Nachdem meine Beine sehr viel Muskelmasse verloren haben (ebenso wie der Oberkörper), stellte ich in den letzten Monaten einen leichten Umfangzuwachs der Beine fest, alles wird eben runder.

In den letzten Wochen habe ich dann tatsächlich mal 2 kg zugenommen, doch ich glaube das war medikamentenbedingt (für etwa 10 Tage CPA), aber die Kilos halten sich, was untypisch ist, wenn ich in meine Gewichthistorie schaue.

Was ich sehr beeindruckend finde ist, dass ich in letzter Zeit das Gefühl habe öfter Lust zu haben, aber auf ganz andere Weise, als vor einem Jahr, es passt jetzt und steht auch dem Mythos entgegen das bei Transfrauen die Lust total in den Eimer geht. Ein Testosteronhoch schließe ich jetzt mal aus, da ich erstens gerade Eligard teste und zweitens dann meine Stimmung sehr sehr schnell in Keller rutscht. Der Körper weiß eben jetzt wie es zu sein hat und reagiert sehr sensibel auf Änderungen und nicht nur der auch die Seele. ;-)

Meine Stimmung ist jetzt wieder besser, auch wenn ich mir immer wieder eingestehen muss wie viel Energie dieser Weg erfordert.

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Von Stimmungsschwankungen und schweren Entscheidungen

Manchmal ist alles grau...

Manchmal ist alles grau…

In den letzten Wochen musste ich ein paar sehr schwierige Themen wälzen, zunächst war eine Veränderung in der Hormontherapie Thema. Ich habe es gewagt und muss sagen, dass ich mit dem aktuellen Stand ganz zufrieden bin. Leider war ich in der ersten Umstellungszeit etwas dünnhäutig, aber inzwischen hat sich alles stabilisiert. Ich habe Eligard probiert, nun ist für 3 Monate unten absolute Ruhe, was die Testosteronproduktion angeht. Meine Werte waren zwar zuvor schon am unteren weiblichen Bereich, doch kamen die Veränderungen seit Januar doch ziemlich ins Stocken. Nun habe ich, wie erhofft das Spannen in der Brust wieder und auch sonst tut sich offenbar schneller was. Ich werde es weiter beobachten. ;)

Die zweite nicht weniger leichte Entscheidung betrifft ein Thema an dem ich schon lange „kaue“: meine Stimme. Ich hatte vor einiger Zeit ein recht langes Gespräch in der Charité, die ich mir ausgesucht habe auf Grund von Erfahrung und Technik.

Allerdings hallt der Satz, „Sie müssen mit einer dauerhaften Einschränkung der stimmlichen Leistungsfähigkeit rechnen“, immer noch nach. Nicht einfach zu schlucken, zumal die Stimme für meinen Job nicht unerheblich ist, aber was bringt es, wenn man sie nur ungern einsetzt?

Ich bin zum Beispiel bei einem Kunden, da stehen Trennwände im Büro, wenn ich hinter einer dieser Wände sitze vermeide ich es zu rufen oder stelle die Stimme gekünstelt hoch, damit ein dritter nicht in die Verlegenheit kommt, diese Stimme männlich zu identifizieren (Was leider vorkam und am Telefon das normale ist).

Ich „spiele“ mit hohem Einsatz: Alles oder nichts, wobei ich ja sicher nicht den Totalverlust fürchten muss, aber was heißt Einschränkung? Kann ich nach 30 Minuten nichts mehr als ein piepsen rausbringen? Ich bin also skeptisch, aber weiß auch, dass ich selbst mit meiner Stimme nicht glücklich bin. Nun kommen die Standardargumente: „Niemand hört sich selber wirklich gern“, aber darum geht es nicht. Die Stimme ist ein ganz spezieller Ausdruck von uns, manche sprechen sogar davon, dass sie Ausdruck der Seele ist. Meine Seele wollte aber nie mit Testosteron vollgeschüttet werden und daher muss ich wohl versuchen etwas daran zu ändern, dass es eben besser passt, das es zu mir, zu Maya passt und mir nicht bei fast jedem Telefonat (aus etwa 200 Anrufen, 198) ein Herr beschert… oder die Kreditkartenhotline dazu veranlasst, dass letzte Pünktchen auch den Vertragsunterlagen „sicherheitshalber“ abzufragen.

Logopädie bringt mich leider nicht weiter, also werde ich wohl den Schritt wagen und das schon bald, der Termin ist für den 17. September vereinbart, dann heißt es wohl 10-14 Tage schweigen (OH JE! O_O)

Und weitere 7-14 Tage schonen und arbeitsunfähig. Mein Chef gab bisher das ok, ich hoffe es bleibt dabei.

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Von großen Fahrgemeinschaften und was sonst noch in den letzten 9 Monaten(!) geschehen ist…

Hallo zusammen,

es ist wirklich lange her und ich habe immer noch nicht den „Happy-New-Year“-Post online gestellt *ups*, aber dafür gibt es nun mal eine Zusammenfassung der letzten Monate.

Es ist viel passiert. Maya hat es mit einer gewissen Hartnäckigkeit geschafft, dass nun überall „Maya“ draufsteht, es ist ja auch Maya drin ;-) (Anfang Mai)! Das Gericht hat sich einen Monat nach Beschluss Zeit genommen und dann ärgerlicherweise auch noch das Standesamt beim Ausstellen der neuen Geburtsurkunde, doch dann war es soweit:

ES IST EIN MÄDCHEN! (Ende Mai) ;-)

Ich habe im Dezember 2013 (oh man, dass ist echt laaange her) eine Arbeitsstelle gefunden und das in Berlin. Leider musste ich noch wegen unangenehmer Sachen im Januar ins Krankenhaus, sodass ich erst Mitte Februar nach erfolgreicher Genesung umziehen konnte. Ich wohne jetzt im schönen Berlin, eine Stadt die mir immer mehr gefällt und wenn ich mal da bin lerne ich hier immer wieder neue interessante und nette Menschen kennen. Die Wochenenden sind gut gefüllt und einige Kisten warten vergeblich darauf ausgepackt zu werden… aber da sind auch keine wichtigen Dinge wie Schuhe oder sowas drin.

Seit März bin ich dann auch regelmäßiger Gast am Flughafen und man kennt sich mit der Zeit. Was ich immer wieder schön finde ist, auch hier oder im Flieger Menschen kennen zu lernen. Nach 2 ½ Monaten fühlt man sich so ein wenig wie eine Fahrgemeinschaft, die immer Montags zur Arbeit aufbricht und meist donnerstagabends wieder zurück nach Haus fährt *ehm* fliegt. Man muss wissen, ich fliege echt gerne und ach so, ich arbeite als Beraterin, also immer schön im Kostüm. Es ist umso schöner, wenn dann gefragt wird, ob ich als Stewardess arbeite. Also auch mit dem Passing bin ich zufrieden und überhaupt geht man hier in Berlin meist sehr gut mit dem Thema um. Die beste „Tarnung“ ist aber wohl der Businessflieger am Morgen, denn „Transen“ haben im allgemeinen Bewusstsein keinen Job und schon gar nicht rennen die im Kostüm rum, man erkennt sie am Stoppelbart und dem pinken Latexmini, der spärlich die Brusthaare überdeckt. *Spaß* :-D

Ich habe auch ziemlich Spaß an meinem Job und hoffe natürlich, dass alles weiter gut läuft, auch wenn es mit viel Arbeit verbunden ist, die schönen Wochenenden gleichen viel aus und laden die Akkus wieder auf.

Ich denke so als Rundumschlag-Kurzinfo reicht es erst mal, mehr vielleicht die kommenden Tage… Achso natürlich hat sich auch wieder etwas verändert:

Hormone: Alles auf einem guten Weg, auch wenn gewisse Dinge gerade nicht so schnell vorangehen, aber in der Ruhe liegt die Kraft.

Die Epilation läuft etwas schleppend weiter und ein Vorgespräch für meine Stimm-OP hatte ich inzwischen auch. Das klingt jetzt unheimlich viel, aber ich habe es auch auf 3 Monate verteilt, neben Umzug, einrichten und ankommen. Irgendwie muss ich doch etwas vom Zauberstaub abgekommen haben, denn die Zeit ging echt schnell rum. ;-)

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende

Maya

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Wow…

nobodyisperfect

Was man so lustiges im Vorbeigehen entdeckt…

Es ist tatsächlich zwei Monate her, das ich hier etwas geschrieben habe. Heute bin ich in deutlich besserer Verfassung als beim letzten post, was vor allem zwei Gründe hat: Wie ich es eben auch empfunden habe waren meine Hormone zu niedrig dosiert, aber ich habe die Blutwerte abwarten wollen und das dauerte dann. Mir ging es also entsprechend, nun ist alles wieder gut, sagt das Gefühl, es bleibt aber der Beigeschmack, dass ich in den letzten Wochen hormon-technisch nix erreicht habe, dafür habe ich sehr viele Stunden Nadelepilation über mich ergehen lassen und endlich ist das Gesicht frei. Es ist großartig! :-)

Ich habe ein viel besseres Gefühl, wenn ich rausgehe. Außerdem hat meine Krankenkasse auf Grund meines Antrags, alles genehmigt was ich brauche (auch die OP) *nick*. Klar mit den typischen Einschränkungen, aber sogar die Stimm-Op unter der Auflage, dass die Logopädie vorher ausgeschöpft sein sollte – gerne. ;-)

Ende August war ich auf einer Job-Messe, es war insgesamt ein gutes Erlebnis und wichtig war eben auch sich zu trauen, obwohl die Epilation da noch nicht den Bartschatten verschwinden hat lassen. Es war auch nicht leicht und es kamen überwiegend Absagen. Ich weiß auch an einem Tag war es einfach zu viel, aber ich habe bis jetzt ganz gut durchgehalten und sogar mein erstes Bewerbungsgespräch geführt – tolles Erlebnis. Außerdem habe ich Viva TS Stammtisch in München besucht und neue liebe Menschen kennengelernt.

Was weniger schön war, war der Moment als ich las, das Megan Wallet wieder zu Michael werden will. Klar hat sie/er gute Gründe dafür, aber es weckt immer die Frage: Gibt es diesen anderen Weg? Ich denke immer noch darüber nach. Im Moment sehe ich ihn nicht und fühle mich sehr sehr wohl, wenn ich merke, dass alles immer mehr wird.

Körperlich hat sich durch die Hormone etwas der Haarwuchs verändert. Sonst kann ich nur Veränderungen erahnen, neben der obligatorischen Empfindlichkeit der Brust und das ich mich immer mehr von der Nachteule weg entwickle, aber das mag auch andere Gründe haben. ;-)

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Lächerlich…

Es gibt auch immer wieder Tage, wie heute. Ich fühle mich lächerlich. Rund um mich rum, ist nichts von Passing zu spüren. Gut es bilden sich keine Trauben von Menschen um mich, aber viele schauen zwei oder dreimal hin. Für den MDK-Gutachter musste ich mich vorgestern noch einmal an alles erinnern, was ich vielleicht plane und warum ich es machen will – aus heutiger Sicht. An alle kleinen und großen „Mängel“ erinnert, ist es nicht leicht stolz und Selbstsicher zu sein. Am liebsten will ich mich verkriechen und abwarten, gerade das machen auch sehr viele Transfrauen. Ich will aufgeben, was bringt es mir, wenn ich “alt” bin, wenn mein Leben endlich startet? Was bringt es mir, wenn ich den hoffentlich gesammelten Urlaub, im hoffentlich überhaupt vorhandenen Job, statt für die Weltreise oder sonst etwas, was andere in dieser Zeit machen könnten, für eine schmerzhafte und langwierige Operation, nutzen muss? Ich habe das Gefühl alles ist zu spät und dass das Ziel einfach unerreichbar ist. Ich habe keine großen Erwartungen, aber das Gefühl, niemals einfach als halbwegs passable Frau durchzugehen, ist gerade sehr dominant. Ja, es braucht Zeit, doch die ständigen Verzögerungsspiele, von der Krankenkasse oder die ständigen ungenierten und bohrenden Blicke meiner Mitmenschen sind manchmal einfach unerträglich.

All das dachte ich noch vor ein paar Jahren, werde ich sowieso niemals aushalten. Heute halte ich es jeden Tag irgendwie aus. Ich glaube diese „Transition“ wird noch ganz andere Spuren in meiner Seele hinterlassen.

Solche Phasen wird es wohl immer wieder geben, als ich zum Arzt ging war gerade der Zauberstaub aus, der das alles im Flug vergehen lässt. Es ist eine lange Zeit und ich hoffe ich habe genug Kraft, diese Jahre die noch kommen durchzustehen und doch vielleicht irgendwas davon, so wie jetzt auch, genießen zu können. Es ist für mich und ich sollte es mir nicht von den Idioten um mich herum zerstören lassen.

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Endlich Urlaub…

freiburg

Abends auf dem Rathausplatz noch ein Eis schlecken…

Nach der ganzen Anstrengung in letzter Zeit gab es jetzt einen kleinen Urlaub. Es ging zwar nicht ans Meer oder so, aber Freiburg ist schließlich auch schön. So kann man auch gleich ein bisschen shoppen nebenbei. Es war mein erster Urlaub als Maya, klar war es stellenweise etwas ungewöhnlich, denn leider ist mein Bartschatten in voller „Pracht“ zurück, doch es war schön ich selbst zu sein. Die Stadtführungen, vor allem die durch den Henker, haben wirklich Spaß gemacht und am Bächle kann man sich herrlich abkühlen, wenn die Füße glühen. Abgesehen von der schönen Stadt, gab es auch immer was Gutes zu Essen, also auf jeden Fall eine Reise wert.

Freiburger baechle

Die “Bächle” sind nicht nur für die Füße immer wieder eine willkommene Abkühlung. :-D

Im Urlaub kamen natürlich auch die einen oder anderen Gedanken. Es ist leider so, dass man in dieser Übergangsphase manchmal erkannt wird (als Transperson) und wohl auch noch danach. Ich weiß nicht, ob sich das ändern wird und ich irgendwann einfach immer als Frau durchgehe. Es ist aber erstaunlich was ich mich traue und wie man bzw. wie ich an meinen Aufgaben gewachsen bin. Klar ist da noch der Gedanke, das man sich zum Freak macht, aber das ist irgendwo auch hinderlich, denn leider ist die Welt nicht perfekt und so ist vielleicht auch die Transition an einigen Stellen unvollkommen, damit muss man zu leben lernen, je früher desto besser. Würde ich mich weiter verstecken und als Mann die Bewerbungen angehen, würde ich einerseits sehr darunter leiden, andererseits einen unglaublichen Druck aufbauen. Ich würde dann darauf hoffen, dass es Peng macht und auf einmal halten mich alle für eine Frau? Klingt komisch, aber einige machen es so. Ich frage mich, wie ich mich dabei fühlen würde. Ich glaube es ist immer schwerer, wenn Menschen mich als Mann kannten und nun als Frau, deswegen finde ich den klaren Wechsel schon jetzt ganz wichtig. Ich weiß, dass die Veränderungen durch Hormone, am Gesicht sehr unscheinbar sind. Also warum sollte ich mich länger verstecken? Ich glaube, die Menschen, die es auf diese Weise machen haben noch sehr viel Angst vor dem Schritt und brauchen einen Druck der sie sonst zerfetzt, um es endlich zu wagen. Nur ob das so gut ist? Ich will schließlich nicht in Monat 6 der Hormontherapie panisch versuchen zu verbergen was da wächst. Andererseits kann ich es auch teilweise verstehen, gerade was den Bart angeht, das ist eigentlich mein erster Meilenstein, den ich aber immer noch vertagen muss. Das Warten kann sehr, sehr anstrengend sein.

Außerdem hatte ich diese Woche meine Anhörung bei Gericht. Ich war etwas aufgeregt, deswegen und auch wegen der Zugverbindung war ich fast eine Stunde früher da. Der Termin an sich war nicht so lange: Einmal erzählen wie das alles kam, wie ich das empfinde und den ganzen Ablauf noch mal vom Richter erklärt bekommen. Dann sagte er, dass er die Gutachter beauftragt und das war es auch schon. Den schönen Tag nutze ich dann noch um meine Tante zu besuchen, die mich auch noch nicht als Maya live erlebt hatte. Alles in allem wieder ein Stück weiter und hoffentlich mache ich nun auch mal bei der Krankenkasse Meter, was die Nadelepilation angeht.

Wie schon erwähnt bin ich nun auf Jobsuche. Ich hoffe auch hier bald gute Nachrichten verkünden zu können. ;-)

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Wieder war viel los…

So sehen 3 Monate Hormone "aus der Tube" aus. Yeah :-P

So sehen 3 Monate Hormone “aus der Tube” aus. Yeah :-P

Ich komme aus dem ganzen Tippen gar nicht mehr heraus. Irgendjemand will immer etwas. Sei es die Krankenkasse, der Arzt der für den MDK was schreiben soll oder das Job Center. Ich hoffe immer noch, dass ich ein paar Tage Erholung einplanen kann, bevor es mit dem „Ernst des Lebens“ losgeht.

Die beste Nachricht seit Monaten: Ich habe die Hormone und das seit etwa einem Monat. Am 25. Juni 2013 ging es los. Bisher merke ich aber nur wenige kleine Veränderungen. Zuerst die Frage, die vielleicht einige interessiert. Ich setze zunächst nur auf Estradiol-Gel, kein Androcur, das brauche ich glaube ich auch gar nicht.

Meine Stimmung ist seit Beginn der Hormontherapie eindeutig besser, aber das wollen wir auch aller Fairness einmal dem Punkt zuordnen, dass es nun endlich weitergeht und ich nun weiß, dass sich etwas tut. Ich fühle mich viel ausgeglichener und bin viel ruhiger. Etwas das ich eindeutig den Hormonen zuordne ist, dass meine Libido rückläufig ist, dass stört überhaupt nicht sondern ist ehrlich gesagt sehr befreiend, ich fühle mich immer normaler. Körperlich fällt mir auf, dass meine Brustwarzen leicht schmerzen bzw. sehr empfindlich sind. Eine leichte Veränderung ist zu erkennen, was mich etwas wundert, da dies eigentlich erst etwas später eintritt im Allgemeinen.

Ich habe meine (nur 10) Logopädiesitzungen beendet, muss aber gestehen, dass ich da noch sehr viel zu üben habe. Gerade wenn ich viel rede oder reden muss, passiert es leicht, dass die Stimme immer tiefer wird.

Sonst gibt es nicht allzu viel zu berichten. Ich wünsche allen ein paar schöne sonnige Tage… ;-)

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Es ist vorbei…<3

Dpl

Her mit dem Lappen! :-)

Heute habe ich erfahren, dass ich mein Studium erfolgreich abgeschlossen habe. Meine Abschlussarbeit ist bewertet, wenn auch nicht so gut wie letztlich erhofft, es geht weiter. Der letzte Stein ist also auch hier aus dem Weg gerollt.

Ich schwanke etwas zwischen Freude, der Unfassbarkeit, dass es nun wirklich geschafft ist und dem Gefühl meiner Perfektionistin in mir es mal wieder nicht recht gemacht zu haben. Ich denke aber und klopfe mir mal selber auf die Schulter: Ich habe in der Zeit viel mehr bewältigen müssen als meine Abschlussarbeit. Ich gebe mir eine eins mit Herzchen, für diese Leistung. ;-)

Trotzdem bin ich jetzt erschöpft und irgendwie ein wenig enttäuscht, aber ich hoffe das legt sich, wenn der Bart erst mal wieder ab ist, den ich mir in der Zeit bei meinen Eltern nur gestutzt habe. Die Haut reagiert schon sehr gereizt auf das tägliche Rasieren.

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War irgendwie klar…

Trotzdem falle ich aus den Wolken, als ich höre, dass der MDK und damit meine Krankenkasse die  Nadelepilationsbehandlung (zunächst) ablehnen. Ich denke, dass schlimme war, dass ich wieder glaubte in ein Loch zu fallen. Ich hatte doch schon geplant und überlegt wie ich diese Übergangzeit verbringen kann und vor allem kurz halten kann. Dabei weiß ich nur zu gut: Erstens es kommt anders und zweitens als man denkt.

Es ist schwer immer wieder akzeptieren zu müssen, dass andere Personen das Tempo vorgeben und so den Leidensweg eher verlängern. Ich glaube ein Mensch, der diesen Weg bewusst und aktiv beschritten hat, weißt sehr viele Qualitäten auf, vor allem lernt man seine verborgenen Stärken kennen.

Der Widerspruch zur Ablehnung ist noch in Arbeit, aber wichtig ist hier nicht den Kopf in den Sand zu stecken. Ich versuche mir dies auch zu sagen, wenn es um das Thema Hormone geht. In den nächsten Wochen wird sich zeigen, wann es losgeht. Ich hoffe natürlich bald, aber auch hier ist der Notfallplan eben: Dann muss ich eben irgendwie Urlaub von mir selber machen, besser als durchzudrehen allemal.

Besonders demotivierend waren in den letzten Wochen meine Besuche auf dem Arbeitsamt, keine schöne Aussicht in den Arbeitslosengeld II Mist reinzukommen. Allerdings ist da auch noch nichts in Stein gemeißelt, doch ich vermute, den August muss ich so überbrücken.

Sonst bin ich gut eingespannt, viele Arztbesuche, viel Chaos das beseitigt werden muss aus der Prüfungszeit und eine Menge Deichmann Schuhe die eingetragen werden wollen. Blasen hatte ich sonst nie, doch offenbar muss ich mich mit diesem kleinen neuen Problem abfinden, gibt auch schlimmeres.

Ach und… so langsam habe ich mich bei der ganzen Verwandtschaft geoutet, etwas das ich mir eben auch für die Zeit nach den Prüfungen vorgenommen habe. Hier muss ich immer wieder feststellen, dass Offenheit dankend angenommen wird und es sind schöne Gespräche mit teilweise lustigen Fragen, die da zu Stande kommen. :-)

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Eingeschlafen?

Nein, ich habe nur total viel zu tun und blieb von daher die letzten Wochen die Beiträge schuldig. Neben einer blöden Erkältung, muss ich eben noch meine Abschlussarbeit fertig stellen, das wird noch anstrengend, aber ich denke das klappt!

Zwischenzeitlich sind auch meine Indikationen gekommen und ich habe die für die Nadelepilation eingereicht. Hormone gibt es dann Ende Juni. Ich bin gespannt, wann meine Krankenkasse reagiert, als ich die Unterlagen eingereicht habe meinte die Damen, dass es nicht „Monate lang dauern wird“, aber von 5 Wochen wüsste sie nichts. Interessant, sie sollte das Gesetz bei Gelegenheit lesen, aber das ist das gleiche Spiel wie immer. Für alle die hier unsicher sind, ein Link oder hier (Gesetz) siehe Absatz 3 bzw. 3a!

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Gruseliges Wochenende, aber guter Start in die Woche…

Nach meinem derben Tief am Wochenende, habe ich gemerkt, wie wichtig es ist auf die inneren Bedürfnisse zu hören. Ich merke immer wieder, transsein ist etwas ganz individuelles. Jede und jeder hat da seine oder ihre Prioritäten und wie im Leben sonst auch: Seine oder ihre Art es zu verarbeiten. Es ist nicht zwangsläufig so, dass alle ihren Körper absolut unerträglich finden – was die Genitalregion angeht. Wie könnte es auch so sein, wenn man doch Jahre damit irgendwie leben konnte? Es ist unterschiedlich was zunächst in den Fokus der Aufmerksamkeit rückt. In meinem Tief war ich mir unsicher, ob meine Mehrgleisstrategie wirklich so gut ist, aber ich glaube für mich ist es das Richtige im Moment.

Es ist schon wieder ein bisschen was passiert: Maya war –so ganz und gar nicht als Maya- noch einmal ganz Mann und hat Sperma einfrieren lassen. Es ist eine teure Angelegenheit, wie ich schon mal schrieb, etwas über 450 Euro alleine fürs einfrieren und die Untersuchungen. Die Ärztin war dann aber gleich so nett mich anzurufen und Bescheid zu geben, dass alles in Ordnung ist. Nun habe ich alles erledigt, um die Hormontherapie guten Gewissens zu beginnen.

Good news everyone!

Good news everyone!

Und da kommen wir auch zu den wirklich guten Nachrichten: Laut meiner Psychologin darf ich in den nächsten Tagen auf meine Indikation im Briefkasten hoffen. Wenn alles klappt, darf ich also im Juni tatsächlich auf den Start der Hormontherapie hoffen! *juhu* Da werde ich natürlich genau berichten. ;-)

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Spaziergang…

Ich gehe los, alles muss sitzen, alles muss perfekt sein, heute wird es das aber nicht.

Die Sonne wird alles genau ausleuchten, jeden Fehler wird man erkennen. Heute glaube ich mich  dünnhäutig, aber es geht nicht anders, es muss sein, weil es so ist?

Ich gehe los, die Blick, oh je. Ich gehe weiter, die Gedanken, oh je. Ich denke viel nach und die Sonne scheint. Ich spüre, dass ich mich, so wie ich bin, wohlfühle und nicht anders. Die anderen sind egal. Ich bin froh, dass ich so hier bin und mich endlich gefunden habe.

Ich gehe meine Runde und gehe gut gelaunt mit einem Lächeln auf den Lippen nach Hause.

Uff, ich und … wie nennt man das eigentlich? Egal, aber es beschreibt schön meine Montagstimmung. ;-)

Allen einen schönen ersten Mai!

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Was? Schon wieder eine Woche rum?

Ich schwimme gerade etwas, damit meine ich nicht im Wasser, eher was meine Abschlussarbeit angeht, trotzdem fand ich diese Woche die Zeit noch zur Agentur für Arbeit  zu gehen. Zunächst habe ich natürlich mit dem (Zwangs-)Outing gerechnet, der Besuch bestand praktisch nur aus Formular ausfüllen und Warten und dann eben besagtem Outing, was auch lustig war, denn offenbar hatte niemand dort etwas geahnt bis ich als „Herr“ aufgerufen wurde. Unnötig war es trotzdem, denn die Kollegin hatte mich eigentlich telefonisch angekündigt. Ich habe dann darauf hingewiesen, dass ich wünsche in Zukunft im Haus als FRAU angesprochen zu werden. Ich bin gespannt, ob sie diesem Wunsch nachkommen, dem sie laut Gesetz nachkommen müssen (Grundgesetz zusammen & Urteil BverfG). Wieder merkte ich, dass ich viel entspannter bin, stolz sein kann und viel mehr Kraft bei allem habe. Ich bewältige das tägliche Leben nun als Transfrau und trotz der vielen Buschfeuer um mich rum, behalte ich meine gute Laune.

Außerdem habe ich mich in dieser Woche wieder meiner Stimme gewidmet. Ich lerne jetzt meine Falsett-Stimme zu finden, damit soll die Stimme höher klingen als sie ist und vor allem weicher und hauchiger. Den „Trick“ kannte ich schon aus dem Internet, bin gespannt wie es mit der Zeit wird.

Zusätzlich habe ich mich auch noch einmal mit Stimm-OPs beschäftigt und habe mir dort einige Methoden angesehen. Ich habe mit der Berliner Klinik telefoniert und mich informiert, demnach ist es noch nicht ganz auszuschließen, dass die KK die Kosten übernimmt, was natürlich toll wäre. Außerdem habe ich ein paar Fragen zur OP-Methode an Herrn Schaff geschrieben und bin gespannt wann und ob ich Antwort erhalte.

(K)eine (Phantasie)frau? ;-)

(K)eine (Phantasie)frau? ;-)

Zu guter Letzt auch leider wieder mal ein negativ Passing, als „guter Mann“… Da ist man so nett und hilft jemandem auf die Sprünge und kassiert so was, aber ich nahm es mit einem leichten Zähneknirschen hin. Jedoch  kam es aber dann dazu, dass eine andere Transfrau meinte, dass eine Frau sich so etwas schließlich verkneift. Ich denke nicht, dass dies ein adäquates Frauenbild für mich ist: Lächeln und Maulhalten ist nicht so meins, wenn das heißt Frausein, dann habe ich verdammt wenige Freundinnen.

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“Wahnsinn ist, wenn man immer wieder das Gleiche tut, aber andere Resultate erwartet.” ;-)

Zwei Logopädie-Stunden gab es diese Woche. Zunächst haben wir nur über die Bereiche geredet an denen gearbeitet werden kann. In der zweiten Stunde in dieser Woche haben wir dann erste Entspannungsübungen gemacht. Hierbei geht es um das lockern der Stimme, bzw. dem ganzen Apparat, der für die Sprache verantwortlich ist. Diese Übungen begleiten mich jetzt zumindest teilweise jeden Morgen, aber man sollte allein sein oder nur aufgeklärte Zuhörer/Zuschauer haben, sonst denken die wohlmöglich, dass nun endgültig der Damm zum Wahnsinn gebrochen ist. :-D

Außerdem habe ich mich um Termine für andrologische Belange gekümmert, es soll schließlich doch noch ein „Backup“ gezogen werden, doch das ist teuer: Für das Einfrieren von Spermien sollte man im ersten Jahr mit rund 850 Euro rechnen und sollte sich freuen, falls es billiger ist. ;-)

Außerdem haben mich diese Woche wieder viele Gedanken begleitet -wie so oft. Dabei ging es weniger darum, ob ich den Weg weiter verfolgen soll, mehr wie ich damit klar kommen kann und natürlich auch, was ich wohl alles brauchen werde (GaOP, Stimm-OP, FFS,…) und natürlich die Frage, wer das bezahlen soll. Ich stelle für mich immer mehr fest, wenn ich gezwungen bin zeitweise als Mann zu leben –wie eben auch in dieser Woche, nehmen die Sorgen zu und ich kann mir immer weniger vorstellen, dass es als Frau einfach so klappt. Bin ich allerdings dann als Frau unterwegs und wieder mal ganz normal feiern, dann merke ich, wenn ich mich zum Beispiel im Spiegel sehe, dass ich sehr weiblich wirke und rüberkomme, dass mir das Haar gefällt und eigentlich doch alles passt. Was ich sagen will, es sind immer subjektive Eindrücke und die sind eben vom Kontext abhängig.

Ich weiß heute, dass mein Leben und vermutlich auch die Wahl meines Studienfaches anders gelaufen wären, wenn ich früher bereit gewesen wäre, doch das war ich eben nicht. Ich merke,  dadurch dass ich diese Tatsache hin und wieder bedauere, dass auch in Zweifelmoment ganz fern ab von allem was da sexuell dahinter stecken könnte, etwas viel weitreichenderes dahinter steckt und dass die Empfindungen echt sind. Wichtig ist glaube ich, wenn man sich gefunden hat, dass man den Kurs zumindest grob hält, weil man sich große Abweichungen und Verzögerungen, dann irgendwie wohl nicht mehr verzeihen mag, wenn man doch heute schon manchmal sagt: „Ach hätte ich doch vor 12 Jahren…“

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Logopädie und die Frau in mir…

In den letzten Tagen war einiges los, ich habe aber beschlossen die Anzahl der Posts etwas im Rahmen zu halten, da sonst vermutlich niemand Lust hat das alles zu lesen. ;-)

Diese Woche hatte ich meine erste Logopädiestunde, an der Logopädenschule, zunächst aber hatte ich noch ein Gespräch mit der Ärztin, die die Heilverordnung ausstellte. Vor allem ging es ihr darum, glaube ich, dass ich mit realistischen Erwartungen einsteige, aber dank Vorabinformation erwarte ich auch keine Wunder. Logopädie kann sicher helfen die Stimme schonend und besser einzusetzen und helfen Akzente zu setzen, aber ich werde sicher nicht meine Stimme in der Höhe oder Umfang verändern können. Ich kann vermutlich lernen besser damit zu spielen. Die erste Stunde war dann auch eher zum kennen lernen und zum Bewerten des Ist-Zustands. Verschiedene kleine Testaufgaben die ich durchführen sollte, aber alles ganz einfach und in einer sehr persönlichen und angenehmen Atmosphäre.

In den letzten Tagen fielen mir Blicke besonders auf, vor allem von Frauen, ich weiß nicht ob ich sensibler gewesen bin als sonst, aber gut tat es nicht. Also legte ich einen Tag ein, wo ich auch nicht zuletzt wegen total entzündeter Hautstellen, als “Mann” raus ging. Als Mann mit Ohrringen, Nagellack und einer femininen Frisur, aber es tat gut: Tarnmodus, keine Blicke, Ruhe. Es ist aber auch der reale physikalische Zustand, schließlich ist das eben noch so und alles was mehr erkannt wird ist „Bonus“. Es war aber auch schön, weil ich gemerkt habe, dass es so wie es ist gut ist. Das Haar soll ruhig wachsen und die Ohrringe sind schön, der Bart muss definitiv weg, es fühlt sich falsch an und sieht gruselig aus! Was Hormone angeht, kann ich wenig sagen, ich weiß nur durch Berichte wie es sein könnte und glaube auch das wird mir sehr gut tun, aber ich werde auch dabei versuchen auf meine innere Stimme zu lauschen. Und natürlich darüber berichten!

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Lecker Kuchen…

Und schon war es Freitag, das Wochenende vor der Tür und ich hatte wieder bessere Laune. Vielleicht lag das auch an dem leckeren Kuchen, den ich mir gestern noch gebacken hatte. Oder an dem von Sarah? *hmmm* ;-)

Ich ging wie so oft schon mittags als Frau in die Mensa, nur diesmal in die „normale“ nicht in das Bistro, wo ich die Blicke und auch die netten Angestellten gewohnt bin. Ich fragte an der Ausgabe, ob ich noch ein Schnitzel haben könnte und der blöde *#!‘#, nennen wir ihn Mr. SmartGuy sagte: „Für einen jungen Mann wie sie…“. Ich gab sofort Retoure und sagte sehr höflich „Ich habe mir schon viel Mühe gegeben, da können sie auch junge Frau sagen!“ und Mr. SmartGuy hält den Mund, damit hat er wohl nicht gerechnet, wohl auch nicht, das die 4 Kollegen und Kolleginnen um ihn herum ganz anders reagieren und ihn bei Seite nehmen und mich dann auch gleich höflich bedienen. Ich war stolz auf meine schnelle und gute Reaktion, aber musste mich dann das ganze Essen drüber aufregen und überlegen, wie ich aufgeflogen bin, schließlich war es eine sehr schnelle und harte Reaktion von ihm gewesen, kein Grübeln, kein Zögern, es kam direkt und tat erst mal etwas weh. Aber so gesehen, jeder Mensch braucht ein Arschloch, warum soll es also in anderen Bereichen anders sein?

Gegen Nachmittag kam meine gute Laune zurück und ich hatte mir vorgenommen etwas kämpferischer aufzutreten. Ich glaube, dass es den Leuten dann schwerer fällt zu gaffen, es ist allerdings eine andere Richtung als: Untertauchen, in der Menge mittreiben und dabei genießen Frau-zu-sein. Aber Maya darf auch cool sein und Maya war schon früher in meinen Träumen eher die „Power Frau“, Wahnsinn was da so alles in mir steckt! :-P

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Im Zug

Ich sitze gerade im Zug, hier kann ich bzw. muss ich immer etwas grübeln. Und so gehen mir gerade Gedanken durch den Kopf.

Wie will ich die nächsten Monate „überbrücken“? Was ist schlimmer, als Mann der feminine Attribute setzt aufzufallen oder als die „Transe“ aufzufallen. Die Antwort für den Worst-Case, wie der Numeriker sagt ist klar, doch warum fährt dann gerade Maya zum Arzt? Insgesamt wäre es doch anders viel einfacher und leider auch passender, wenn ich manchmal meinen eigenen skeptischen Blick im Spiegel sehe. Es ist der alte Gedankenkreisel, wenn ich doch nicht-transsexuell wäre, dann könnte alles so einfach sein. Die Antwort liegt eher im Empfinden und damit meine ich nicht einzelner Situationen, sondern im Gesamtbild. Es gibt viele Situationen die schwer sind (vor dem Outing, das Outing, nachdem Outing, der morgendliche Kampf mit dem Bartschatten, …, der abendliche Kampf mit dem Spiegel,…), doch im Allgemeinen bin ich viel entspannter und optimistischer, eigentlich ziemlich widersprüchlich. So sehe ich sogar im Zwangsouting bei der (Fahr-)Ausweiskontrolle etwas Schönes: Gerade warf die Dame mir erst einen skeptischen Blick zu… Dann lächelte sie. Also ging ich wohl zunächst als Frau durch. Fein! (Anmerkung: Mein Studienausweis/Fahrausweis lautet auf meinen männlichen Namen) Der Gedanke schießt mir durch den Kopf in dem Moment: Ich hoffe, dass die Hormonbehandlung etwas bei dem aufweichen der Gesichtszüge hilft. Leider ist das aber sehr individuell und von daher ist das nächste zum daran festklammern die Nadelepilation.

Das „transsein“ aber auch oft sehr viel Energie erfordert, mehr als ich mir meist zugestehen will, das merke ich immer dann, wenn ich mich wegen etwas schlecht fühle und ich überlege, ob es ebenso gelaufen wäre oder ich mich jetzt ähnlich fühlen würde, wenn ich es in meinem Männerego durchgezogen hätte. Ich sitze da und grüble vor mich hin, nur wird mir klar, selbst jetzt will ich nicht „schnell zurück“ und “einfach wieder Mann” sein. Abgesehen davon, dass ich damit nie besonders erfolgreich war, geschweige denn annähernd so stabil oder glücklich wie schon jetzt als „Alltagstest-Transfrau“. So merke ich, dass ich die schlechten Nachrichten von heute schneller verkraften kann als früher und meine Laune sich schon langsam wieder aufhellt. Schließlich lehrt mich die Erfahrung, es gibt immer einen Weg und das Leben ist immer für eine Überraschung gut.

Transsexualität kann anders betrachtet also auch zu einer Kraftquelle werden. Nur wenige Menschen brauchen täglich so viel Mut. Ich habe viel über mich gelernt und unter anderem, dass man immer wieder zurückblicken muss, man muss sich bewusst machen, was man bereits geschafft hat. Ein –tja wie nennen wir es(?), ein „Norm-sexueller“(?)-Mensch :-D muss niemals das aufbringen, was Transpersonen jeden Tag zumindest insbesondere am Anfang ihrer Reise auf sich nehmen müssen. Leider benötigt man den Mut eigentlich nur, weil Menschen das Thema nicht kennen oder einfach intolerant sind. Vielleicht verirrt sich jemand von denen hier her, die die meine Andersartigkeit bemerken und sich auf der Straße umdrehen müssen, weil sie nicht glauben können, dass da jemand seinen Weg geht. Sie selber und das sehe ich im Umfeld, haben einmal eine Bahn eingeschlagen und hatten dann zum Beispiel nach der Ausbildung nicht mehr den Mut etwas anderes zu versuchen oder noch mal auf Start zurückzugehen ohne die 2000€ einzuziehen (Monopoly ;-) ). Wie unfair muss das dann also in ihren Augen sein: Ich komme ihnen entgegen und sie registrieren, da traut sich jemand sein Leben zu leben. Jemand setzt sich über die engen Konventionen unserer Gesellschaft hinweg und sucht sich selbst ohne Rücksicht auf das ungeschriebene Regelwerk.

Eigentlich ist das doch etwas sehr besonderes, Menschen die Mut haben und andere Wege beschreiten. Transidentität erfordert dies, doch am Anfang ist es ein Kampf gegen das empfundene Ungeheuer in einem selbst und immer wieder begleitet von dem Blick in den Abgrund, in den man zu stürzen glaubt, wenn man den Weg beschreitet. Nicht wenige zerbrechen unter dem Druck. Man sollte also nie vergessen: „Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.“ (Jenseits von Gut und Böse, Friedrich Nietzsche)

Nichts destotrotz gibt es Tage wo es mir zu viel wird. Man kann sich beherrschen, wenn man das will und wenn man Anstand hat, aber das können oder haben leider nicht alle und eine Fresse zu ziehen, als ob man gerade die Ostereier vom letzten Jahr gefunden hat, wenn man einen Menschen auf der Straße sieht, das ist frech und da überlege ich mir manchmal scheißfreundlich zu fragen: „Ist mit ihnen alles in Ordnung, sie sehen gerade so aus als ob sie sich gerade selbst im Spiegel gesehen haben?“, aber so frech bin ich dann doch nicht, doch das „Pfff“ konnte ich mir dann nicht verkneifen. Olle Zippe da! :-)

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Als Mann!

Eigentlich witzig, aber ich saß gerade hier und wollte schnell raus, da fing der innere Dialog an:

  • “Zieh’ dir was über und ab…” // “Neee, erst mal die Haare, das geht gar nicht!”
  • “Hm, okay, aber schminken können wir lassen…” // “…aber der Bartschatten und wie soll das bitte zusammen mit den Ohrsteckern aussehen?”
  • “Na gut, puh, also eher androgyn?” // “Ja, ist klar, ich mach mich jetzt fertig und du überlegst dir mal wie albern das aussehen soll. Außerdem ist es endlich mal warm, da will ich einen Rock anziehen!”
  • Hmpf  // :-D
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Das Wochenende ist kurz,

…also heißt es die Zeit nutzen. Das dachte ich mir am Samstagmorgen, dann nach einem eher kriechenden Start in den Tag, kam auch schon der erste Anruf, ob ich bei einem PC-Problem helfen könnte. Nach dem Mittagessen, ging dann doch erstaunlich viel Zeit für die Diagnose drauf, so etwas hatte ich auch noch nicht gesehen: Ein geschmolzener Lüfter. :-D

Nach mehr oder weniger erfolgreicher Reparatur hieß es noch schnell was an der Abschlussarbeit tippen und dann aktiv die Abendplanung angehen, da ich mit erschrecken feststellen musste: 20 Uhr! Ich besuche normalerweise gerne die „Ladiez Night“. Eine sehr schöne Veranstaltung für Frauen und Transpersonen, alles sehr entspannt, man kann gut reden und wirklich abschalten, diesmal hatten jedoch wirklich alle abgesagt, die ich kenne und ich hatte beschlossen mit einer Freundin zur Ü30-Party zu gehen… Oh je, ja Ü30! :-)

Silvester (2013) hatte ich dort ebenfalls gefeiert, damals noch mit Perücke und doch ziemlich aufgeregt am Anfang. Dort angekommen, habe ich wieder gemerkt, dass ich inzwischen viel lockerer geworden bin, doch ich merkte dann doch die eine oder andere Hemmschwelle zur Normalität: Ein gutes Passing ist schön, doch wenn Mann mich da im Halbdunkel so lieb in ein Gespräch verwickelt, dann ziehe ich mich manchmal zurück; denn ich merke: „Der ahnt absolut nix!“ Da ich keine Lust habe eine Sendung mit der Maus-Erklärung zu geben: „Das ist die Maya! Die Maya, die ist transsexuell, das ist gut so und das ist nicht so ‘ne Laune, sondern…“, …geht’s dann schnell wieder auf die Tanzfläche und das tut echt gut.

Beim Ausgehen als Frau habe ich schnell gemerkt, dass alles viel stimmiger für mich ist und ich mich viel wohler und entspannter fühle. Es klingt verrückt, aber ist so, da ist ganz viel Druck aus verschiedenen Gründen weg! Ich kann es als Frau total genießen und einfach Spaß haben. Früher ging ich raus und kam meist mit schlechter Laune nach Hause. Heute bin ich meistens besser drauf oder angenehm entspannt und müde. Nach 3 Stunden tanzen, machen sich allerdings vor allem in neue Pumps gerne mal die Füße bemerkbar, also trat ich langsam den Heimweg an, wo ich das schöne Gefühl genoss die Pumps abzustreifen und den Füßen eine Pause zu gönnen.

Ja, tanzen muss ich echt öfter und was ich mir erst merkwürdigerweise nicht so richtig vorstellen konnte, beim Paartanz die Frau zu tanzen, darauf freue ich mich schon sehr, gell Eddi? ;-)

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