Wenn der A… llerwerteste auf Grundeis geht… ;-)

Dann steht am nächten Tag wohl eine FFS oder andere große OP an. Viele Gedanken, ob alles gut, im Sinne von: wie gewünscht bzw. erhofft wird, gehen mir durch den Kopf. Ich will es nur noch hinter mich bringen, nicht mehr darüber nachdenken, erst mal Fakten schaffen, dann ist noch Zeit für Gedanken. Ich glaube aber ich werde mich viel eher freuen und erleichtert sein. Es wird schon gut werden und wenn nicht, wird die Liste der OPs eben nicht kürzer, aber eben auch nicht länger – so gesehen.

Was ich ganz klar sagen will: Dieser letzte Tag vor der OP kostet sehr viel Energie. Die Ergebnisse werde ich schließlich nur schlecht im Alltag verbergen können (positive wie negative). Es wird für viele ganz anders sein. Ich bin sehr froh, dass ich hier nicht alleine im Hotelzimmer hocke. Gleich noch etwas House of Cards, dann hoffentlich schlafen. Es wird morgen in jeder erdenklichen Form anstrengend.

Auf bald ;-)

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Warum ich Zug fahren blöd finde…

wie schon erwähnt fahre ich diese Woche mal mit der Bahn, es ist zwar eine Stunde mehr und beim Preis fast kein Unterschied, aber ich wollte nicht so viel umsteigen und habe es mal versucht. Gerade pünktlich gestartet bleibt die rollende Gefriertruhe, die auch an dem warmen Tag heute einen Mantel rechtfertigt, wieder stehen, nur das eben 30 Minuten. Na, wenigstens kann ich bloggen – so dachte ich, aber die Funklöcher für meinen Datentarifanbieter sind wohl zu zahlreich. Also wieder ein Beitrag, der seinen weg erst später in den Blog finden wird. Irgendwie habe ich das auch im Flugzeug und das braucht nur 50 Minuten für die Strecke. Der ICE (man beachte diesen genial versteckten Hinweis für die Innentemperatur!) wird bestimmt auch gleich auf 700km/h (Groundspeed) beschleunigen, auch wenn er gerade nur die 180 anzeigt. Und die geselligen Menschen hier (Bier trinkende Deutsche), sorgen zeitweise für eine richtig tolle Atmosphäre. Schade das mir gerade nicht nach Bierzelt, sondern nach Schlaf ist. Als die Herren endlich auch einpennen, schlägt der Zug Alarm, wahrscheinlich der Hinweis auf eine Vereisung, wer weiß das schon. Also bis jetzt kann ich noch schmunzeln. ;-)

Das „Wochenende“, besser exakter – der Samstag – ist total überladen. Ich komme heute erst spät an, weil Bahn (Punkt) und ich muss Wäsche waschen, trockenen, Probepacken und schließlich packen, einkaufen und noch ein kleines Vermögen dem Apotheker meines Vertrauens abdrücken. Ist also noch bisschen was. Ich denke da jetzt noch mal drüber nach. In Bewegung scheint es nun auch wärmer zu werden in der Gefriertruhe, faszinierenden. In diesem Sinne bis bald.

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Die Arbeit ruft wieder

Nach meiner Op hatte ich nun ein paar Wochen um mich wieder zu regenerieren. Gleich vorweg, die Beschwerden wurden mir viel schlimmer beschrieben, als sie in meinem Fall waren. Trotzdem war ich eingeschränkt und habe die Zeit gebraucht. Viel Schlaf, ein Krankenbesuch durch meinen Vater und viele liebe Freunde haben mich in dieser Zeit begleitet.

Zu der Op selber kann ich sagen, dass ich bisher sehr zufrieden bin, es sieht gut aus, die Narbe sind sauber und die Schmerzen sind nun 3 Wochen später auch fast völlig verschwunden. Was etwas nervig war, war die lange Zeit im Krankenhaus, von 6 Tagen, weil die blöden Drainagen immer noch vollliefen. Ich hatte allerdings viel Besuch und nette Menschen auf der Station – auch überwiegend nettes Personal, bis auf eine etwas reservierte Ausnahme in Form einer Krankenschwester. Aber noch mal zurück zu den fiesen Blutsaugern die ich da hängen hatte, nicht nur das die relativ weh taten, sie taten auch beim Ziehen sehr unschön weh, das war der wirklich unangenehme Teil. Ansonsten habe ich jeden Tag gut gelaunt gestartet und mich zusammen mit den (beiden) Mädels gefeiert, dass wir nun schon mal zu dritt sind. :-D

Die Krankheitszeit habe ich auch dazu genutzt meinen Aufenthalt Dr. Suporn im kommenden Mai zu fixieren. Die Anzahlung ist unterwegs und der Termin steht. Ein gutes Gefühl. Nebenher habe ich mir natürlich auch viele Gedanken um meinen Ausflug zu Dr. Bart gemacht.

Dieser Teil war anstrengend. Ich habe schon von Natur aus „Glück“ gehabt, aber es gibt eben Dinge die mich stören und ich werde sie immer sehen und je nach Stimmung werden sie es mir sehr schwer machen glücklich zu sein. In meinen Überlegungen kam ich dann aber zu dem Punkt, dass es ja völlig ok ist. Es ist etwas reales, es fällt eben vielen nicht auf, andersrum wäre es viel schräger: Wenn es mich nicht stört, sondern einzig dem Zweck dienen soll ein besseres Passing zu haben. Risiken gibt es und Narben werde ich auch davon tragen, aber ausgehend davon, dass alles gut geht, was wird mich mehr stören: Geheimratsecken, die ich beim Schwimmen oder schlecht gestylten Haar preis gebe oder eine fast unsichtbare Narbe? Nicht jede Autoscheibe soll die hässlichen Schatten auf der Stirn spiegeln, wenn es schön sonnig ist und ich gerade an was Schönes denke. Ich kann mir nur das Mantra sagen, dass ich seit einiger Zeit wohl habe: „Alles wird gut gehen und gut werden.“

Gleich ist mein Zug –sogar pünktlich- am Ziel, ich muss also mal was arbeiten. Ich wünsche euch einen guten Start in diese Woche.

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Es klingt immer etwas negativ…

…das wurde an mich herangetragen und ich habe es mir zu Herzen genommen. Ich gehe hier eher auf Probleme ein, doch bevor ich einen wirklich positiven Beitrag posten konnte, hat sich meine Krankenkasse einen ganz besonderen Spaß für mich überlegt: Es kam ein „Wir wünschen Ihnen alles Gute für ihren Krankenhausaufenthalt“ für meine geplante OP – Ich habe ihn nun nachträglich gepostet. Ich war ganz platt und habe sofort einen Sekt aufgemacht. Doch die Freude sollte ziemlich genau eine Woche halten, dann kam der andere Brief: Man wolle mein Anliegen noch durch den MDK prüfen lassen…

Was denn nun? Es war natürlich an einem Samstag, nach einem elenden Restwochenende gab es dann am Montag die Klarheit: Die Kasse meint das ist keine Kostenübernahme, wobei das eine von drei Sachbearbeitern zu denen ich nach und nach durchgestellt wurde vertreten. Nun ist die Frage wann und ob der MDK entscheidet oder ob das Krankenhaus hier auch eine Kostenübernahme sieht.

Spannend, aber im negativen Sinn, es ist einfach schade.

Und da ich zudem noch 5 Tage die Woche unterwegs bin, gab es dann noch ziemlich wenig Zeit etwas zu posten. Ich mache das nicht so gerne aus dem Zug und ohne den berühmten zweiten Blick.

Dennoch, nun steht viel an, Brust, Gesicht und die Terminbestimmung für die GaOP stehen in den nächsten Wochen an. Es wird viel Kraft kosten, aber ich freue mich inzwischen richtig darauf, immer ein Schritt weiter. Sogar die Bedenken, die ich zu den Risiken der FFS hatte, gehen nun nach und nach weg und weichen der Freude.

Am Wochenende kam dann übrigens auch das offizielle ok von der Krankenkasse für die Mammaugmentation, natürlich als Einzelfallentscheidung und den „besonderen“ Umständen in meinem Fall geschuldet. Generell sind die Kassen hier immer noch sehr knauserig.

Ich wünsche eine schöne Woche

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Outing

Heute habe ich mich einer Last entledigt. Auf der Arbeit weiß niemand was „Sache“ ist, außer meinen Chefs. Ich glaube auch, dass nur sehr wenige etwas ahnen. Bester Schutz an dieser Stelle ist, dass man offenbar in meinem Job „sowas“ nicht erwartet. Ich weiß aber, dass die bevorstehenden Eingriffe an Brust und Gesicht, für jeden potentiell sichtbar sein werden. Zumindest für die, die arbeitsseitig nicht völlig unter Wasser stehen.

Was die Leute denken ist mir fast egal. Was nicht geschehen sollte, ist das meine Projekt-Managerin meint ich verarsche sie: Krankschreibung für „Schönheitsops“, kommen in Projektphasen nicht ganz so gut an. Es ist jedoch anders in meinem Fall und es muss sein und es muss bald sein, das spüre ich; daher habe ich mit ihr gesprochen. Ich sagte ihr was ich da in der bereits angekündigten Ausfallszeit machen werde. Sie soll niemanden vorbereiten oder so, es soll einfach nur, ich sage mal administrativ, nicht zu Verwirrungen kommen.

Meine Managerin reagierte übrigens nur mäßig überrascht, aber hatte es nicht vermutet. Klar, dass meine Stimme ungewöhnlich ist, sei ihr aufgefallen, aber sonst… Chapó. :-) Es tut gut, dass es passt. Ich freue mich schon sehr darauf, wenn die Brust dann „da ist“.

Es sind eben viele Dinge, die bedacht werden wollen.

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So schnell kann es gehen

Ich habe noch nicht meinen letzten Beitrag online gestellt – Wochenenden können eben doch verdammt kurz sein- da bekomme ich einen Brief, die Krankenkasse! Nachdem ich meinen Antrag 14 Tage vorher gestellt habe, die letzten Unterlagen aber erst wenige Tage (!) vorher eingereicht habe, nun ein Brief. Das ist in der Regel kein gutes Zeichen. Ich halte es also kaum aus, die Stufen hoch in meine Wohnung zu nehmen, bevor ich noch tief atmend den Brief öffne.

Ich vermute zunächst es geht um eine Kostenübernahme für etwas, was sowieso nur eine Formalität wäre, aber nein, es geht um diesen letzten Antrag. Der Antrag ist durch, die Kostenübernahme da, der Termin steht. Vorher so unrealistisch nah, jetzt Realität: Noch vor meinem Besuch in Antwerpen gibt es den Expander. Oh, hatte ich noch nicht erwähnt: Der Brustaufbau findet in zwei Schritten statt. Ich hätte mich auch gefreut, wenn es in einem Rutsch durch wäre, aber es verspricht so ein schöneres Ergebnis zu werden.

Ich gehe darauf in einem nächsten Beitrag ein. Jetzt kann ich aber erst mal froh sein, keine Anträge mehr, keine Nächte im Hotel vor dem PC, in denen ich überlege, welche Gutachten ich noch brauche, wie ich was schiebe. Fast alle Termine stehen jetzt. In den kommenden Wochen wohl auch der Besuch bei Dr. Suporn! :-)

Ich wünsche allen einen schöne Woche.

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Ein ganz normaler Ostersonntag…

Andere Menschen wachen nach einem schönen Abend auf und wissen sie haben eine unangenehme Aufgabe zu erledigen, zum Beispiel die Wäsche, Aufräumen oder andere Dinge im Haushalt oder die Steuererklärung…

Ich wache auf und weiß, dass ich gestern wohl wirklich zu viel getrunken habe, aber es war schön, doch eine andere Sache beschäftigt mich. Mein Kopf dreht sich im Kreis, seit Wochen, irgendwann muss es also sein. Internet und YouTube werden mich in den nächsten Stunden begleiten. Wie geht es Transfrauen nach der OP? Finde ich Ergebnisse von Suporn? Ich werde fündig, ich konzentriere mich jetzt auf das was sein kann, nicht das was versprochen wird. Die lange schmerzhafte Heilphase, die Komplikationen und evtl. Probleme, beim alltäglichen funktionieren oder sogar beim Sex. Das geht vom Laufen, Sitzen bis hin zum Urinieren. Es ist eben nichts sicher. Ich atme durch, der Kaffee ist kalt, aber der Kater von gestern so langsam verzogen. Ich weiß nun warten die anderen Aufgaben auf mich.

Ich wundere mich immer noch, dass einige diese Heilphase ganz außer Acht lassen. Ein Video stimmt mich zum Ende dann doch wieder etwas versöhnlich, die Dame die so bitter über die Heilphase geklagt hat, hat Sex gehabt, mit viel Gleitgel, offenbar auch nicht ganz schmerzfrei und Komplikationen. Nun wird es so aussehen in Zukunft, warum will ich mir das antun? Schmerzen, hohe Risiken, nicht zuletzt auch viel Geld, um dann festzustellen, dass es optisch doch etwas daneben ist, irgendwie doch zu eng oder zu wenig tief ist? Irgendwie bin ich da, wo ich nie dachte zu sein, dazwischen, denn die Vorstellung es zu lassen wie es ist, ist schlimmer. Ich denke noch etwas über gesellschaftlichen Druck nach, dann mache ich Musik an, tippe den Blog und werde mich wohl meiner Wohnung annehmen.

Ich schätze deswegen sagt man es kostet Kraft und Energie. Ich mag aber mit offenen Augen diesen Weg gehen und habe mich lange genug mit Nichtstun gequält.

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Ein ganz normales Frühstück

Es ist im Prinzip schon Routine, morgens sitze ich im Hotel beim Frühstück, erst mal wach werden. Männer lächeln schon mal rüber und ich zurück, doch wenn es ein neues Hotel ist so wie heute, gibt es ab und an Blicke vom Personal. Die meist weiblichen Mitarbeiter lassen mir eine besondere Aufmerksamkeit zukommen und wenn sie sich unbeobachtet wähnen, dann riskieren sie einen etwas längeren Blick: Ist das jetzt so eine Transe? Ich bemerke es heute Morgen und ignoriere es, der ältere Herr vom Nebentisch unterhält sich nämlich gerade mit mir und es ist schön sich ganz normalen Themen zu widmen.

Mein letzter Stammtischbesuch steht hierzu im Kontrast. Warum bräuchte ich eine FFS? Dass es mich stört, so wie es ist, zählte dort irgendwie gar nicht. Ich sehe die alt bekannten Gesichtzüge. (…) Es ist eben (auch) der Alltag, wo ich doch noch etwas anecke, gerade wegen der so markanten Ecke in meinem Gesicht. Es kommt nicht sofort zum Aha-Effekt, aber eben dann doch und für mich ist das natürlich etwas, das mir auffällt und den normalen Umgang verändert. Es ist zwar meist nicht negativ, aber komisch, als ob ich im Bikini zum Galaempfang gekommen bin.

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Immer Trans… Wie geht es weiter?

Ich habe gerade noch viel zu spät 3sat an 37grad: Einmal noch die große Liebe, Frauen in den 30ern bis in die 50er. Single und auf der Suche, wie wird es mir ergehen? Ich tue mich im Moment noch sehr schwer mich auf Dates einzulassen. Zu viele Baustellen sind offen und zu viele Themen trage ich noch mit mir rum. Klar wäre es schön jemanden zu haben. Es ist aber auch unglaublich kompliziert. In der Umwelt in der ich mich zurzeit oft bewege gibt es entweder kaum Privatleben oder aber die Menschen haben ähnlich komplexe Probleme oder noch schimmere. Ich weiß wie gefährlich es ist, wenn der Partner nur noch Last ist und ich denke auch ich muss durch diese Übergangszeit irgendwie „unverpartnert“ durch. Wieder 0 Uhr, wann ich wohl zum Antrag tippen komme und was ich wohl schönes am Wochenende mache?

Ich wünsche euch jedenfalls ein schönes erholsames Osterwochenende. ;-)

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Schwankend

Es ist nun eine Weile her, dass ich meine Stimmband Operation erfolgreich hinter mich gebracht habe. Ziemlich genau 6 Monate, es ist also Zeit für ein Resümee.

Ich klinge weiblicher, oft lande ich aber noch zwischen den Kategorien (165Hz), was manchmal am Telefon von Nachteil ist. Meine Stimme wird allerdings auch als sehr angenehm wahrgenommen, weil sie eben nicht künstlich oder zu hoch klingt. Ich habe theoretisch (auch) Kraft in der Stimme, kann wieder singen und habe tatsächlich einen ganz neuen Stimmumfang erreicht. Dennoch klingt sie eben etwas außergewöhnlich. Es gibt Tage oder Situationen an bzw. in denen ich sehr schnell heißer werde. Ich habe außerdem den Eindruck, dass ich trotz des guten Stimmumfangs sehr leise geworden bin und damit es gut verständlich ist, nicht hoch genug (Hintergrund: Hohe Stimmen klingen lauter, auch wenn sie nicht lauter (im Sinne von dB) sind).

Manchmal bin ich zufrieden, jedoch muss ich noch oft daran denken die Stimme richtig einzusetzen, auch wenn die psychische Belastung deutlich zurückgegangen ist, denke ich noch über das Thema nach.

Ich sehe das Thema noch nicht als abgeschlossen an, aber muss wohl hinnehmen, dass eine weitere OP keinen Sinn macht bzw. durch die vorangegangene OP unmöglich geworden ist. Nun ja, Denkstoff für das Wochenende.

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Gebucht

Vielleicht etwas, dass ich mir dann im Juli in Antwerpen mal ansehen kann... Die Hoffnung stirbt zuletzt. :-D

Vielleicht etwas, dass ich mir dann im Juli in Antwerpen mal ansehen kann… Die Hoffnung stirbt zuletzt. :-D

Ich habe meinen Termin bei Dr. Bart gebucht und den geplanten in der Charité abgesagt. Es ist schon ein komisches Gefühl etwas auf später zu schieben, aber ein gutes wenn ich daran denke, dass es dann auch gute Aussichten auf Erfolg gibt. Zudem integriere ich mehrere Dinge in einen „Aufwasch“. Ich bin sehr gespannt und schon ein bisschen aufgeregt. ;-)

Zuletzt habe ich mich auch mit kritischen Stimmen beschäftigt, darauf will ich jetzt gar nicht eingehen, jeder und jede muss darüber für sich nachdenken. Ich hoffe allerdings, dass man sich in vollem Umfang informiert: Was wird wie sein, wo werden Narben sein, wie wird der Heilungsprozess verlaufen, was sind Nebeneffekte, evtl. auch ungewollte? Ich spreche nicht vom Chaosszenario, man sollte einfach wissen wie ein Tag danach aussieht, vom Zähneputzen was evtl. nicht geht oder weh tut bis zum Schlafen, was anfangs evtl. auch nicht geht oder schwer fällt (z.B. im Fall einer FFS). Ich dachte aber auch an den Anfang zurück, an die vielen Gedanken, hunderte von DinA4 Seiten mit meinen handschriftlich fixierten Gedanken zu dem Thema.

Ich glaube manchmal klingt es etwas einfach, wie ich hier zu Entscheidungen komme. Ich denke, das liegt daran, dass ich über sehr vieles nachgedacht habe bevor ich die ersten Schritte ging. Früher habe ich Schach gespielt, es war wichtig hier im Voraus zu denken, Züge und Gegenzüge zu sehen und so habe ich auch meine Entscheidungen bisher gefällt. Glücklicherweise oder auch leider gibt es im Schach noch nicht das perfekte Spiel und auch im Leben sind manche Entscheidungen nicht ganz rund, aber das Zögern habe ich schließlich als größten Fehler gesehen. Die Angst einen Fehler zu machen hat mich Jahre lang von einem wichtigen ersten Schritt abgehalten.

Ich denke an Frühjahr/Sommer 2012 zurück, ich hatte relativ viel Zeit und die Gedanken stürmten in meinem Kopf, manchmal habe ich alle halbe Stunde die absurdesten Diskussionen mit mir selbst zu Blatt gebracht und lange darüber nachgedacht. Ich bin froh, dass sich das beruhigt hat, aber bin auch froh, dass ich diese sehr intime und intensive Zeit festgehalten habe. Ich kann so später immer darauf zurückgreifen. Auch für den MDK Gutachter hatte ich damals ein Statement verfasst, was ich mir wie vorstelle und was ich denke, was erforderlich sein wird.

Hierin kam auch FFS und natürlich die GaOP vor, das letztere sehe ich schon immer als notwendig an, aber auch hier habe ich meinen Plan beschrieben soweit zu testen wie es möglich ist und auch, dass ich diese im Ausland plane. Das Thema FFS habe ich anders behandelt: Ich habe mir vorgestellt ich schiebe es weit nach hinten in meinem „Plan“, denn ich will mir Zeit geben. Die Möglichkeiten von Hormonen habe ich beschrieben und dass ich hoffe, dass diese bei mir möglichst umfangreich eintreten. Ich habe in meiner Stellungnahme für den MDK festgestellt, dass es für mich absolut denkbar ist, wenn ich merke, dass es weiter Spannungen gibt, die nicht durch Alltag oder entsprechende Veränderung verschwinden, auch den Weg der FFS zu gehen. Ich weiß zu viel über Hormone und Medizin, als das ich mir erfolgreich vorlügen kann, der Kiefer wird schmaler, das Kinn auch, die Stirn glatter und der Haaransatz erobert alte Bereiche zurück. Im zarten Alter von 19-22 Jahren fährt dieser Zug ein für alle Mal ab. Ich habe schon gemerkt, dass ich mich eine Zeit täuschen kann, das ist mir zuletzt erfolgreich beim Adamsapfel -für etwa einen Monat- gelungen, umso schärfer aber die Wahrnehmung jetzt. Ich kann mir sagen: Das ist nicht so schlimm. Ich lese dann allerdings manchmal im Blick anderer und vor allem -und das ist das wichtige- in meinem eigenen, dass dem nicht so ist. Ich sehe dort, dass es die Dinge sind die Maya nie bekommen hätte, wäre es nicht so schwer in unserer Gesellschaft mit dem Thema raus zu kommen. Warum also soll ich Dinge behalten, die mich daran ewig erinnern werden? Schon bei der Stimme bekam ich zu oft gesagt, wie toll sie doch sei (vor der OP) und heute wird sie immer noch als tief aber weiblich empfunden. Ich bereue die Entscheidung nicht, denn es hat sehr viel Druck in meinem Fall abgebaut. Ich habe damit aber noch viel Arbeit und habe schon viel dafür getan (Training und Logopädie). Ich hatte damals im Hinterkopf, dass wenn etwas schief geht, ich hier evtl. All-in gehe (Job etc.), aber das ist ja das was das Leben ausmacht.

Ich erinnere mich an Ein Gespräch vor ein paar Monaten, es ging um das Motorradfahren. Ich habe darüber mit einer Frau gesprochen. Sie sagte, sie hätte auch einen Führerschein gemacht. Sie fand das immer toll, aber dann hatte sie Angst zu fahren, wegen der Familie, heute sei sie zu alt. Im Laufe des Gespräches verwandelt sich ihre Mimik von Begeisterung und dem freudigen Funkeln in den Augen, zu einem Ausdruck der enttäuscht wirkte. Es kamen bestimmt Gedanken hoch, was sie sonst noch alles gern machen würde oder gemacht hätte, was aber aus der Sicht damals und irgendwelchen Gründen nicht ging. Manchmal ist es sinnvoll sich zu bremsen, das ist ganz klar. Ich habe mir nach meiner Entscheidung den Führerschein zu machen eine Predigt meines Onkels anhören müssen, wie viele Motorradfahrer er (als Pfarrer) dieses Jahr schon beerdigt hatte. Letztlich hat er dann aber selbst wieder damit angefangen und es ist eine Freiheit die manche Menschen brauchen. Wenn wir uns nur von der Angst durch das Leben leiten lassen entgehen uns sehr viele schöne Momente. Gerade dieser Onkel hat mir gezeigt, dass man das Leben intensiv leben muss und dass nicht die Jahre zählen, sondern die Zeit die wir leben in diesen Jahren. Ich habe zu viele Dinge in meinem Leben getan, die das „Geschmäckle“ hatten, dass ich sie gar nicht tun will. Ich denke da nicht an einen Zahnarztbesuch, ich denke an mein früheres Leben.

Ich hoffe ich konnte hier einen Einblick geben, in das was mich bewegt, wenn ich Entscheidungen auf meinem Weg treffe. Ich treffe sie keines Falls schnell und stets mit dem Bewusstsein, dass nicht alles in rosa Watte eingepackt sein wird. Ich glaube allerdings fest daran, dass ich damit für mich ein stimmigeres Außenbild erreiche und damit auch innerlich immer mehr Ruhe einkehrt.

Mir fällt gerade noch ein, nach diesem sehr langen Beitrag, dass ich damals oft auf der Seite von Lynn Conway (http://ai.eecs.umich.edu/people/conway/conway.html) war, hier gibt es Beispiele, in denen sich Menschen aus den falschen Gründen für die Transition entschieden haben. Ich dachte darüber damals lange nach, weil ich ja nicht wissen konnte, wie ich mich fühle unter anderen Hormonen etc. Inzwischen weiß ich, dass ich hier auf dem richtigen Weg bin und mich absolut wohlfühle. In jedem Fall der dort zu lesen ist, kann ich inzwischen sagen, dass dies bie mir anders ist. Es ist aber eine Herausforderung sich solchen Fragen direkt am Anfang zu stellen, denn es kostet viel Kraft und letztlich auch Mut.

Ich wünsche ein schönes Wochenende. ;-)

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Der erste Post steckt noch in der Pipeline,

da gehe ich schon den zweiten an. Ich habe tatsächlich früher einen Termin bei der Charité ergattert. Dort wurde mir dann erklärt, dass das was man dort sieht nachgewachsen ist. Ich war von dieser Erklärung wirklich etwas verwirrt, um mal völlig zu untertreiben. Es geht um Knorpel, das Zeug das meines Wissens niemals wieder kommt…

Ich habe mir das alles erzählen lassen und andere Ärzte befragt und schließlich auch Dr. Bart in dem gebuchten Termin. Ich ahne welche Gründe es dafür gibt, dass man hier nicht offen mit mir war, will sie hier auch nicht ausrollen, aber alles in allem hat es mein Vertrauen, die OP in Berlin korrigieren zu lassen, minimiert. Ich nehme also Geld in die Hand und lasse es privat in Ordnung bringen.

Nun will ich aber etwas über mein Gespräch bei Dr. Bart berichten:

Es ist eine angenehme, sachliche Atmosphäre in dem Hotel. Wir sprachen zunächst über den Adamsapfel, dann über das Gesicht. Ich ließ ihm den Vortritt, wollte seine Meinung hören und sie mit meiner Liste abgleichen. Er hatte nicht nur alle meine Punkte, sondern auch die gleichen Prioritäten. Er wirkt auf mich professionell und  vertrauenswürdig. Ich fand er argumentiert sachlich und gibt meines Erachtens realistische Informationen. Auch Risiken habe ich natürlich erfragt, die Reaktion darauf fand ich auch gut, denn natürlich gibt es die, aber in Abhängigkeit von dem was eben operiert wird.

Zum Hintergrund

Ich habe mir etwas Zeit gelassen alles zu verdauen. Ich brauchte etwas, wie bei der Stimme als objektives Gegengewicht. Die Aussage „Du hast doch ein hübsches Gesicht“ (für eine Transfrau) ist nicht hilfreich. Ich sage: Ich habe ein (zu) breites Kinn, dann müsste mein Gegenüber sagen: „Nein!“ oder „Das macht nichts, weil…“, aber es kommt dieses hübsche und bezuglose Argument.

Ich kann es mir auf zwei Wegen erklären:

Die Person mag mich und findet, ich habe das nicht unbedingt nötig, da es so auch schon halbwegs passt und sie will mir vermutlich Schmerzen ersparen. Hat evtl. sogar Angst, dass ich Schaden nehme.

Oder

(Das ist jetzt die „böse“ Erklärung.) Mein alter Psychologe und ich haben viel geredet und ich halte große Stücke auf seine Fähigkeit die Untiefen der menschlichen Psyche zu erklären. So kamen wir eines Tages dazu: Wir sprachen darüber, dass ich mit dem beschreiten meines Weges niemanden verunsichern oder gar schocken will. Nach einigen Gedanken dazu sagte er, dass ich Menschen verunsichern werde, weil ich eben eine Grundsicherheit verletzte. (Das impliziert natürlich, dass er meint, dass man es immer sehen wird, aber das stelle ich mal bei Seite für den Gedanken.) Menschen haben gewisse Sicherheiten: es gibt Himmel und Erde, Wasser und Feuer, Männer und Frauen.

Nun wissen die Menschen was ich vorhabe. Ich will als Frau “durchgehen”, jene wenigen “verräterischen” Merkmale “verwischen” oder weiter “minimieren” (aus ihrer Sicht). Nun kann ich mir vorstellen, obwohl diese Personen mir wohlgesonnen sind, dass dies eine Angst auslöst: „Was wenn sie es schafft?“ Es ist wie das Gefühl, das die meisten haben, wenn sie eine Spinne sehen. Sechs Beine kann unser Hirn nicht koordinieren, wenn wir gelernt haben auf so etwas nicht mit Neugier sondern Angst zu reagieren, dann wird es eben oft Angst auslösen. Ich lasse diesen Gedanken hier mal offen. (…)

Mir fehlt nicht so viel wie einem Arnold S. der nach seiner Rolle als Killerroboter, als Frau durchgehen will, aber es gibt eben zur Zeit noch Dinge, die (vor allem) Frauen veranlassen mich einen Moment lang baff anzusehen. Ich merke wie sie dann etwas denken: „Ist ok für mich“ oder „Uh, da ist was komisch“ (nachforsch). Das ist kein Passing, das ist geduldet werden und bei nächster Gelegenheit wird das erkannte mit den Kollegen diskutiert. Ich sehe das nicht als positives Passing als Frau. Ich komme durch als Transfrau, aber nicht als Frau. Vor allem mich stört es immer diese Merkmale an mir zu finden. Deswegen gehe ich nun den Weg, dass alles etwas runder wird. Ich will auch sicher nicht sagen, dass es ein Pflichtteil des Weges im Allgemeinen ist, so etwas gibt es nämlich schon mal gar nicht. Andere sollten deshalb keines Falls ableiten: “wenn die das braucht, dann brauche ich es bestimmt auch…”

Natürlich habe ich Bedenken, aber ich glaube es ist einfach notwendig – wie eben bei der Stimme, was mich unglaublich entlastet hat. Ich sehe es und ich weiß mindestens unbewusst registrieren es viele. Ich wurde sogar schon mal angeflirtet, gerade weil der Mann den Verdacht hatte, ich könnte evtl. eine TS sein. Ich fand seine Offenheit gut, aber der dazugehörige Gedanke stört mich eben, das ist ja nicht was ich bin oder wie ich mich fühle.

Ich finde den Gedanken, dass ich mich dieser Situation weiter aussetze etwas absurd, denn die Zeit/Hormone werden hier nichts mehr ändern, dieser Effekt kommt in der ersten Pubertät und Knochen verändert sich nicht mehr dadurch, dass die Hormone nun andere sind. Folglich bleibt nur die Frage für mich, ob ich das Risiko eingehe und versuche etwas so zu verbessern. Ich will schließlich auch nicht so lange warten, bis ich feststelle, dass es nun auch egal ist. Etwas das mich seit Jahren (so etwa mit 20 fing das mit dem Kinn an) stört, wird nicht in den nächsten Jahren irgendwann irrelevant werden. Wobei doch… neulich wies mich eine Bekannte darauf hin, dass sie auch einen Damenbart habe, das störe sie auch gar nicht. Ich war dann so dreist zu fragen, ob es sie denn mit 20 oder 30 gestört hätte? Mit 81 Jahren ist es mir dann wohl auch irgendwie ziemlich egal.

Sorry, das auch dieser Beitrag ohne Bild kommt, dafür bald mehr! ;-)

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Ein frohes neues Jahr

Der Titel lässt ahnen, dass ich diesen Beitrag früher veröffentlichen wollte.

Ich dachte dieses Jahr wird deutlich ruhiger als das vergangene und „nur“ die Planung der letzten Schritte und Durchführung eines weiteren Schrittes wird mich beschäftigen. Leider ist aber immer noch viel Wind in den Segeln, so habe ich bemerkt, dass das optische Ergebnis meiner Adamsapfel – Reduktion leider nicht hinreichend ist. Es ist de facto so, dass ein paar Menschen schon was aufgefallen ist. Ich finde es immer sehr anstrengend, wenn etwas was ich bei die Akten gelegt und im Keller eingelagert habe wieder frisch auf den Tisch kommt. Um hier sofort gelassen zu reagieren hatte ich letztes Jahr zu viel Stress.

Ich habe daher versucht schnell einen Termin zu bekommen um herauszufinden, wann ich das korrigieren lassen kann. Allerdings graut es mir bei dem Gedanken an die schlachthofartige Atmosphäre, die damals in der Bettburg der Charité herrschte. Ich finde es außerdem ziemlich unverschämt, dass hier „vorsichtig“ gearbeitet wird, aber das Problem nicht behoben wird. Klar besser ist es, aber es war nicht besser, sondern abschleifen vereinbart und nicht ein kleines spitzes etwas übrig lassen. Die Philosophie, „dann müssen wir eben noch mal ran“ mag ich nicht, ich erlebe es oft bei deutschen Ärzten, denn schließlich müssen sie wohl auch jeden Tag in die Klinik, dann kann ich ja auch wieder kommen.

Klar ist Vorsicht gut, aber bisher konnte mir niemand(!) einen vernünftigen Grund nennen, warum man dann sowas übrigen lassen muss.

Da mich das alles sehr nervt und ich schließlich ENDE Februar einen Termin bekam, hole ich mir eine Zweitmeinung. Ich bin da pragmatisch und gehe dahin, wo sowas wie der Blinddarm in der Charité behandelt wird: Dr. Bart Van De Ven. Ich habe Positives gesehen und wie immer auch Negatives gehört. Bei manchen Dingen horche ich auf bei anderen Dingen kann ich nur den Kopf schütteln, aber ich merke, dass ich nicht unbedingt mehr seiner Dienstleistungen in Anspruch nehmen will – oder doch? Ich habe vermutlich Bedenken, ob alles gut geht, was ich mir so vorstelle. Auf der anderen Seite stelle ich mir die Frage, ob ich dies wirklich brauche oder ob es Rudimente (Ängste) aus vergangener Zeit sind die sich nun wieder rühren. Spannend ist, dass hier meinen Termin schon am ersten Februar habe, ganz unproblematisch.

Als wäre dieses Schlachtfeld nicht genug, ist es auch beruflich durch Wechsel von Kollegen etwas kompliziert gerade. Es soll also spannend bleiben während ich eigentlich dachte, dass ich in Ruhe mein Sabatical für die PostOP-Phase organisieren und mich um Ärzte und Gutachten für die Brust kümmern kann.

Da ich mich inzwischen so fühle, als ob ich das Ruder wieder in der Hand habe – abgesehen von dem “unbedeutenden” (schön wäre es) finanziellen Aspekt über all dem, bin ich auch wieder ruhiger, aber die letzten Wochen waren holprig, ähnlich wie kürzlich die Ladung auf dem Flughafen und da war mir schon den ganzen Tag schlecht. Es kommt eben immer alles zusammen.

Ich hoffe ihr hattet einen weniger turbulenten Start bzw. Landung im neuen Jahr. Es bleibt also noch viel zu schreiben. ;-)

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Heute fiel mir auf, dass mir (fast) nichts auffiel.

Frohe Weihnachten! :-)

Ich stand im Büro und unterhielt mich mit einer Assistentin und bemerkte im Laufe unseres Gespräches, dass auch im Nebenraum, von dem man uns hören konnte, jemand saß. Früher hätte mich das unruhig gemacht. Man kann mich nicht sehen und was, wenn jetzt diese Person rüber kommt und in Gedanken „Kollege“ in den Satz einbaut oder einfach nur baff schaut, wenn dieser jemand bemerkt, dass die Stimme nicht zu dem erwarteten Geschlecht/Person passt?

Ich dachte über all das beim Verlassen des Raumes nach. Ich klinge manchmal noch nicht perfekt, aber das ist nun (schon fast) meine Stimme und wird es immer mehr. Dieser Schritt erfordert eben noch Aufmerksamkeit, denn ich will bewusst etwas verändern. Viele Hemmungen sind weg und auch Gedanken an das Passing werden weniger. Ganz lässt es sich nicht verhindern, wenn ich das Damen WC verlasse, fällt mindestens zweimal der kontrollierende Blick in den Spiegel, um verräterische Unförmigkeit gerade bei Hosen auszuschließen.

Mit der Stimme nun noch ein Zwischenstand: Ich empfinde die Logopädie aktuell als hilfreich. Damit kam ich auf den Richtigen Weg. Ich hätte sonst weiter versucht meine (neue) Akustikgitarre, wie den alt bekannten Bass zu spielen. Vorher war die Logopädie wirklich ausgeschöpft, nun kann ich damit eine Abrundung erreichen und mehr als jetzt erreiche ich nun mal nicht, damit kann ich aber ganz gut leben. Neben der Tatsache, dass die Stimme nun richtig verortet wird – was ich selber nur sehr schwer einschätzen kann, ohne Tonaufnahme- habe ich nun alles getan, was in einem vernünftigen Rahmen möglich ist. Die Stimme weiter zu erhöhen hätte sehr viele Einschränkungen. Ich muss mich jetzt schon auf die neue Lautstärke einstellen. Ich spreche oft noch zu laut (für die neue Stimme), dadurch höre ich mich schnell heiser an -mit der Zeit wird das vielleicht noch besser.

Dank der neuen Höhe und meiner deutlichen Artikulation, muss ich aber nicht mehr ganz so laut sein. Der Logopäde hat das eindrucksvoll am Beispiel pubertierender Jungs verdeutlicht, die die alte Lautstärke und etwas undeutliche Betonung beibehalten, aber tiefer werden, dadurch klingen sie manchmal sehr undeutlich.

Singen ist das nächste große Ziel, ich werde wohl in keinem Chor mehr Erfolg haben, aber ich will schon grundsätzlich die Möglichkeit haben für den „Hausgebrauch“ zu singen. Inzwischen treffe ich auch hier wieder Töne und kann diese immer länger halten und in der Lautstärke modulieren. Ich bin mit der Narbe am Hals, die für die Reduzierung des verräterischen Adamsapfels erforderlich war, noch unzufrieden. Diese Narbe ist immer noch rot, etwas geschwollen und fest. Ich hoffe auch das wird noch etwas besser, denn an eine Narbenkorrektur mag ich gerade gar nicht denken. Daneben bemerke ich doch noch eine leichte Unebenheit am Hals, was wie eine Idee von einem Adamsapfel aussehen könnte. Das macht mir aber nur bei ganz mieser Stimmung Sorgen.

Etwas mehr Energie und Zeit wird es noch brauchen, bis wieder laut reden kann, ohne gleich total heiser zu klinge – so dass Menschen um mich rum schon Sorge haben, dass ich gleich gar keine Stimme mehr habe.

Ein Punkt ist mir noch wichtig: Eine Stimm-OP ist kein Wechsel der Stimme, einige Menschen in meinem Umfeld hatten wohl erwartet, dass ich ganz anders klinge, aber es wurde natürlich nur die mittlere Tonhöhe ein wenig variiert. Ich kann viele tiefe Töne nicht mehr erreichen, bei der letzten (ersten) Messung nach der OP, erreichte ich sogar einige sehr hohe Töne nicht mehr und als Marktschreierin werde ich wohl nie mehr arbeiten können.

All das ändert aber nicht, dass Maya spricht und nicht Mariah. ;)

Ich wünsche euch allen eine schöne Vorweihnachtszeit!

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Traurig…

…das soll ja nicht so aussehen. Es handelt sich keinesfalls um einen Dauerstand. Witziger weise ist es der Job, der mich da wieder rausholt. Ich habe einfach viel oder zunächst mal wichtiges zu tun und komme auf andere Gedanken, dass ich eben gewisse Dinge aus dem Vordergrund verdränge. Auf der anderen Seit schränkt es eben auch wieder ein, einem Beruf nachzugehen, der eben relativ viel Zeit verschlingt. Das ist allerdings ein Problem, dass ich dann wieder mit einer Gruppe (meinen KollegInnen) gemeinsam habe.

Im Moment wundere ich mich wieder über die Langsamkeit meiner Krankenkasse, die nicht mal eine schriftliche Absage zu einer Entscheidung schickt. Ich bin gespannt, ob sich dies im nächsten Jahr bei einer Entscheidung im Vertragsrahmen entsprechend fortsetzt, dann bleibe ich da auch weniger ruhig. Dann geht es schließlich wieder um einen Meilenstein.

Wie immer ist es also wichtig, Geduld zu wahren. ;-)

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4 Beiträge

Ich hoffe die Qualität hat nicht zu sehr gelitten, heute sind es dann ganze 4 Beiträge, wenn ich diesen hier mitzähle. :-D

Oben im Menü findet sich jetzt der Punkt “Anträge”. Ich hoffe es hilft weiter. ;-)

 

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Ein elend langer Weg…

(...)

Durststrecken auf dem Weg zum (weitentfernten) Ziel, trotzdem ein schöner Anblick. ;-)

Ich habe nun inzwischen 4 Posts, die warten veröffentlicht zu werden, aber im Moment fehlt mir etwas der Elan etwas zu veröffentlichen. Warum? Nun, wie sage ich das positiv? Es ist ein langer Weg und gerade habe ich nicht so das Gefühl, dass ich – wie geplant- auch diesen Weg an sich genießen kann. Die Welt macht es mir zumindest sehr schwer.

In einem Forum unterwegs zu sein ist an für sich nichts schlimmes, doch wenn bei den „Gesprächen“ dort Top Frage: „Hast du dir schon die Titten machen lassen“ ist, spiegelt dies meine reale Erfahrung wieder – dieser forschende Blick, diese beiläufige Frage die Bekanntschaften haben (…).

Ich bin nicht so das ich mit einer blutigen Nase aufgebe, aber wenn sie schon aufgeschlagen ist immer wieder drauf zu bekommen ist echt anstrengend. So anstrengend, dass ich erst mal meine wenige Freizeit mit einem Computerspiel verschwenden wollte. Leider merke ich aber auch hier, dass alles anders ist, alte Bekannte wissen nicht mit mir umzugehen, der Chat bleibt ruhig oder wie man es nachts um 12 Uhr auf dem Friedhof vorfindet.

Insgesamt ist also gerade nichts so recht wie es sein oder besser werden soll. Ich überlege, ob ich die Zeit nicht besser in etwas Sport investiere, aber bei dem Wetter geht das nur drin und wenn ich eine Freundin zitieren darf: „Fitness Studio, das ist noch mal ne ganz andere Nummer…“. Habe ich die Energie oder Lust mir da schon wieder „eins“ abzuholen? Ich denke drüber nach, bis dahin bleibt bügeln und Serien anschauen. Schön wäre, wenn ich mich mal wieder zum Tanzen motivieren kann… Wenn ich so durch die Blogs gehe die ich kenne, ist Weihnachten und Silvester aber für viele eine nicht ganz unproblematische Zeit. Geduld!

Je länger das alles dauert, umso mehr habe ich das Gefühl, kostet es Kraft, allerdings geht es nicht von heute auf morgen. Ich empfinde es so, dass das Jahr schnell verstrichen ist, doch jetzt gegen Ende zeigt sich dieses Marathonproblem immer deutlicher (ab Kilometer 30 fängt der an). Es bleiben elende 12,195 Kilometer oder in meinem Fall etwa 2 Jahre.

Ich hoffe, das klingt jetzt alles nicht so negativ – soll es nicht, aber es gibt eben neben vielen Erfolgen auch anstrengende Phasen, immer und immer wieder.

Allen einen schönen ersten Advent!

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Woher kommt das…

Ein älterer Beitrag, (erst) jetzt veröffentlicht.

Ich habe neulich meinen Stammtisch besucht und wieder mit einem der altbekannten Thema oder Problem Kontakt aufgenommen. Alles lief bei meiner OP optimal und alles verheilt bisher super, daher war ich von der Frage überrascht, was ich denn da für eine unglaublich große Narbe am Hals hätte. Schließlich sei die eigene doch viel kleiner (…). Diese Art der Unterhaltung gibt es dort immer wieder, der Hinweis, dass hier Äpfel mit Birnen verglichen werden, kam schon gar nicht an. Mit gleicher Technik und im gleichen Krankenhaus operiert bleibt wohl nur die Variable Patient übrig.

Es ist etwas das es mir auch bei Gesprächen im Vorfeld sehr schwer gemacht hat, ein klares Bild von Ergebnissen und Zufriedenheit zu verschaffen (nach einer entsprechenden OP). Totale Vergötterung des eigenen Ergebnisses steht manchmal tiefer Verachtung für diesen „Metzger“ gegenüber, wobei ersteres mir häufiger begegnet ist und das Zuhören ab einem gewissen Grad sehr anstrengend macht.

Es ist immer wichtig, dass man selber einen Blick über die Fakten bekommen muss, bevor man sich von solchen Statements am Ende verunsichern lässt. Klar ist es schön, dass sich Leute wohlfühlen und ich habe tatsächlich eine etwas größere Narbe, aber die Anatomie (die Grundlage) war eine andere und ausgehend davon ist die Narbe eben genau richtig und verheilt gut. Ein 200kg Kerl mit 2,20m Größe wird auch andere Narben von einer Knieop tragen als die kleinwüchsige zierliche Frau mit 1,55m.

Es ist eine sehr ähnliche Diskussion, die im Internet in Foren öfter aufpoppt: „Ich habe ja x cm mehr Tiefe…“. Meist liegt auch das nicht an irgendwelchen Techniken, eher an dem Unwillen zum Dehnen oder der Tatsache, dass eine größere Person auch da einfach mehr „Platz“ hat.

Es ist somit also gar nicht einfach durch Erzählungen herauszufinden, ob eine OP gut ist, weil die individuelle Zufriedenheit schwer zu normalisieren ist und häufig Menschen unzufrieden sind, die eigentlich ein tolles Ergebnis haben. Ich denke da an einen tiefen Bass, der nun etwas heller klingt und es stimmlich nun an die Grenze zwischen den Geschlechtern geschafft hat, die Patientin ist vermutlich unzufrieden, aber über 9 Halbtöne höher ist ein beachtliches Ergebnis…

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Ein Zwischenstand nach meinem ersten Italienurlaub

Hallo, ich habe zwei Wochen nach der OP wie geplant meinen einwöchigen Urlaub nehmen können und noch etwas zusätzlich Schonzeit für die Stimme gehabt.

Es ging nach Italien, Venedig für ein paar Tage und dann noch Bari (Apulien). Venedig war eine Reise wert, ich muss allerdings sagen, dass mir das „normale“ Venedig, abseits der Welt um den Markusplatz viel besser gefallen hat. Vor allem die morgendliche Fahrt mit dem Wassertaxi werde ich nicht vergessen. Ein leeres schlafendes Venedig, ein verlassener Canal Grande, …ach ja… ;-)

Bari war dann eher zum Sightseeing der Gegend um Bari und vor allem zum Relaxen, aber die Stadt an sich ist nicht wirklich besonders. Trotzdem ein schöner Abschluss. Nun hat mich der Arbeitsalltag wieder.

Meine Stimme hat sich inzwischen soweit erholt, dass ich kommunizieren kann, zwar nicht immer in der Tonlage in der ich will oder so laut ich will, aber es ist eben noch ein Prozess. Hierzu will ich auch noch etwas schreiben. Es erfordert auch nach der OP eine Menge Geduld, da die alte Bassgitarre, die man so perfekt spielen konnte nun durch eine neue ausgetauscht wurde und man natürlich erst mal völlig falsch darauf „spielt“. Mir hilft hier ein Logopäde und tatsächlich schaffe ich es in 50% der Fälle inzwischen annehmbar zu klingen und deutlich höher.

Nun aber auch zu den „harten Fakten“: Ich habe zurzeit nur etwas weniger als den halben Stimmumfang von vorher, auch hohe Töne erreiche ich teilweise noch nicht oder nicht mehr. Meine mittlere Sprechstimme ist von einem „H“, auf ein „f“ hoch, das ist eine gute Nachricht. Die Narbe an der Stimmlippe ist geschlossen und hat kein Loch, d.h. es ist zu erwarten, dass die bestehende Heiserkeit noch weggeht. Dieses kleine „Loch“ entsteht leider häufig, ich hoffe es verheilt alles weiter so perfekt. Alles in allem ist mit einer Heilungszeit von etwa 2-3 Monaten zu rechnen, bis alles ganz normal ist, rechne ich für mich mit bis zu 5 Monaten. Aktuell kann ich nicht singen. Ich treffe die Töne einfach nicht so wie gewohnt und ich muss auch eigentlich jeden Tag trainieren, da ich sonst in alter Hörgewohnheit in tiefe Bereiche rutsche (an das untere Ende der neuen Sprechstimme). Gestern Abend hatte ich schließlich nach 3 langen Officetagen gar keine richtige Stimme mehr und brauchte erst mal Ruhe. Was ich sagen will: Auch dieser Teil benötigt Kraft, viel Geduld und natürlich auch etwas Glück.

Ich behalte das im Hinterkopf, für die weiteren „Meilensteine“, die ich nun umso mehr herbeisehne – und kaum noch abwarten will, weil ich merke um wieviel mich diese OP schon erleichtert hat. Es hat und kostet Energie, aber mit jedem Schritt wird der Alltag deutlich leichter und ich fühle mich immer entspannter und ruhiger.

Und noch ein schönes Erlebnis muss erwähnt werden: Ich unterhalte mich gerade mit der Dame vom Tchibo-shop, da dreht sich ein Mann um, der mich bisher nicht gesehen hat und sagt im selben Moment: „Wow, was haben sie denn für eine sexy tiefe Stimme…?“ Ich sage höflich „Danke, aber naja, ich bin auch erkältet“ (was natürlich nicht stimmt, aber eben heiser). Er darauf weiter begeistert: „Das ist echt selten, singen Sie auch?“ Der Abend war gerettet, dass die blöden Overknees, die ich gekauft habe ein ganz klein bisschen zu weit sind, hat mir den Abend dann auch nicht mehr vermiesen können. ;-)

Gute Nacht und auf bald. ;-)

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Zwei Wochen nach der Glottoplastik

Erholen bei einem schönen Herbstspaziergang...

Erholen bei einem schönen Herbstspaziergang…

Ich habe meine Stimm-OP (Glottoplastik) in der Charité hinter mich gebracht und mich von dem unliebsamen Adamsapfel im gleichen „Aufwasch“ getrennt.

Wie immer war es etwas anders als andere berichtet haben. Ich war nach nicht mal einer Stunde OP wieder im Aufwachraum, wo ich sogar schon sprechen durfte, auch wenn das dort niemand wusste.

Ich konnte nur sehr leise flüstern, also schwieg ich mich erst mal aus, bis das ok vom Arzt kam am nächsten Tag. Es ist seitdem oft anstrengend zu reden, also spreche ich nicht viel, was wirklich schwer sein kann. Heute war ich zur Kontrolle zwei Wochen nach dem Eingriff. Alle Nähte halten und es sieht sehr gut aus. Ich kann noch nicht sagen, wie sich die Stimme verändert hat, nur, dass mir das Sprechen manchmal gar nicht möglich ist, weil die Stimmbänder nicht synchron schwingen. Das hört dich dann sehr komisch an, soll aber per Logopädie und mit der Zeit besser werden. Wie bei allem heißt es also Geduld haben.

Insgesamt kann ich eine (minimale) Erhöhung verzeichnen, das liegt vor allem daran, dass nicht alle Register gezogen worden sind. Als „optimal“ sieht man heute knapp die Hälfte der Stimmbänder zu vernähen, auf Grund meines Berufes und das ich auf eine Stimme angewiesen bin, wurde bei mir konservativ nur ein Drittel gekürzt. Ich hoffe natürlich, dass dies reicht, doch leider kann ich das erst in einigen Wochen wirklich sagen.

Die Narbe am Hals (vom abschleifen des Adamsapfels) verheilt soweit gut und ich darf nun langsam damit anfangen die Narbe leicht zu  massieren.

Wie immer nach OPs musste ich viel schlafen und mich erholen, hoffe aber im Laufe der nächsten Woche wieder fit zu werden.

Vielleicht finde ich Zeit noch etwas zu posten.

Ein schönes langes Wochenende! ;-)

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