Über mich

Hallo, hier ein paar Infos zu meiner Person…

Facetime 2012

2012, die ersten Bilder entstehen…

Wo fange ich da an? Nun ich wurde biologisch als Mann geboren und habe sehr lange ein Geheimnis mit mir herumgetragen, eigentlich ging ich es schon damals gut an. Ich erzählte meiner Mutter, was ich toll finde und das ich diese “Damenstrumpfhosen” ganz toll finde. Das war dann so mit 5 Jahren. Leider reagierte sie nicht ganz so wie ich gedacht habe. Es folgte eine seltsame Zeit: Kindergarten, Schule, Studium, stets hat etwas nicht gepasst. Immer musste ich etwas verbergen, was mir eigentlich klar war, was aber nicht sein durfte. Obwohl ich mich dann schließlich dazu brachte eine erste Beziehung einzugehen, war ich nicht glücklicher. Auch mein zweiter Versuch, der immerhin knapp 7 Jahre hielt war dann so plötzlich vorbei, wie es anfing. Ich habe damals gemerkt, dass ich erst einmal mit mir glücklich werden muss.

Schon früh habe ich bemerkt, dass ich dem männlichen Geschlecht nicht ganz abgetan bin, andererseits gehörte bei mir Mann und Frau zusammen. Logisch gelöst brauchte es in der Beziehung also eine Frau oder? Ich habe viel probiert und ein regelrechtes Trauerjahr eingelegt. Ich fand nur nichts was mich glücklich macht, selbst der Sex war mit der Zeit nicht mehr das, was er einmal im Kopf war. Schon während meiner Beziehung hatte ich Versuche gestartet, hier etwas zu retten, die Illusion die ich mir Jahre lang eingeredet habe. Immer neue Modelle kamen. Ich dachte, vielleicht bin ich eben schwul und vielleicht eben auch ein sehr moderner Mann, der mit den alten männlichen Lebensmodellen nichts anfangen kann.

Ich habe immer sehr unter irgendwas gelitten, ich war schon Jahre bei einem Psychologen und habe immer versucht an mir zu arbeiten, an meiner Prüfungsphobie, die ich so gar nicht verstehen wollte. Ich wollte eben nur nicht weiter kommen, nur warum? Die Antwort fand ich nach einer Krise in meinem Leben, anders kann man es nicht nennen. Es dauerte dann nur ein paar Wochen bis die mühsam geschlossenen Nähte in der Seele aufrissen und ich meinem Mitbewohner unter Tränen gestand, dass ich mich selber als Transsexuell vermute. Es war 2012. Hier beginnt, meine Reise als Maya. Schon 6 Jahre zuvor hatte ich es meiner damaligen Freundin erzählt, immer wieder kam es hoch. 16 Jahre war ich als “Online-Frau” unterwegs und schon mit 15 trug ich heimlich immer wieder Frauenkleider. Seit meinem 17ten Lebensjahr war ich mir gar nicht so sicher, ob ich vielleicht doch schwul bin, dass ich “bi” bin galt mir dann in den 20ern als sicher. Alles in allem fühlte ich mich Anfang 2012 furchtbar. Es durfte nicht sein, aber die Beweislast war  erdrückend. Ich schrieb Tagebuch, über mein Wanken, meine Bedenken und fing an mein über Jahre gesammeltes Wissen über Transsexualität zu vertiefen. Erst im August fand ich schließlich den Kontakt zu Gleichgesinnten, ab diesem Zeitpunkt etwa entspannte sich alles etwas und ich konnte die vielen großen kleinen Schritte leichter angehen. Vieles geschah auf einmal sehr schnell und dann doch zu langsam.

Besonders ernüchternd war es dann, dass mein Psychologe letztlich dieses Thema für nicht real hielt. Es sei eine virtuelle Wahrnehmung, so etwas wie Transvetismus muss eben auch reichen und das schlimmste Totschlag Argument: Es ist ein Abstieg! Gesellschaftlich, persönlich und nicht zu letzt auch was die finanzielle Lage in der Zukunft angeht… Ich frage mich heute, ob man diese Dinge auch einem Baby im Mutterleib erzählen muss, wenn es denn droht ein Mädchen zu werden. Es ist ja sowieso wichtig: “Was wird es denn?” Das ist uns verdammt wichtig, denn je nach Antwort sagen wir: “Ach, hauptsache es ist gesund, nicht?” Oh, verdammt, es ist wohl doch den meisten egal.

Ironman

Sowas zeichne ich auch… naja eine erste Skizze

Aber zurück zu mir: Ich bin ein sehr vielseitiger Mensch, nicht zu letzt, weil ich eben immer etwas gesucht habe. Ich habe viele Hobbis, so zeichne ich gerne. Ich treibe gerne Sport, irgendwann war es dann auch Bodybuilding, doch dazu vielleicht später noch mal. Ich tanze gerne (Paartanz), ich lerne sehr gerne neue Menschen kennen und ich finde die Außenseiter meist viel interessanter als die Lebenslauf-Optimierer. Ich programmiere noch ab und an und sobald es die Sonne erlaubt schnalle ich mir die Inliner an die Füße und fahre. Schwimmen tue ich auch gerne, auch wenn das Transthema, da ganz neue Probleme offenlegt. Wenn’s gesellig ist mag ich das, ich koche gerne, am liebsten mit und für Freunde. Doch auch die zeitweise Schattenseite sei erwähnt: Ich habe sehr lange und exzessiv Computerspiele gespielt. Alleine mit einem Spiel habe ich mehrere Jahre verbracht, auch hier habe ich mich gefragt, warum, doch ohne es zu wissen gab ich mir die Antwort durch das tun. Ich musste mich eben einfach hin und wieder “wegbeamen”. Hätte ich doch besser die Zeit ins Motorradfahren investiert oder besser in einen Job, um mir eins zu kaufen, das ist dann doch viel schöner.

Studiert habe ich auch, aber ein sehr seltsames Thema: Wirtschaftsmathematik. Meine Wahl fiel auf das schwerste Fach, aber vielleicht wäre da doch Medizin spannender gewesen. ;-) Ich habe meine Zeit auf jeden Fall auch häufig mir Psychologie und Medizin verbracht. Ansonsten lese ich sehr gerne, vor allem sei hier Sebastian Fitzek erwähnt, spannende und intelligente Thriller. Die eine oder andere TV-Serie habe ich auch durch und wenn es warm ist und die Sterne am Himmel stehen, versuche ich mich an meine Astronomie-Kenntnisse zu erinnern oder ich Frage Google-Sky Map. ;-)

So, das ist mal ein grober Abriss :-)

Maya, April 2013

5 Antworten auf Über mich

  1. Tanja Seifert sagt:

    Hi Maya,

    wollte nur kurz fragen ob das Computerspiel vielleicht WOW war ?
    Habe mich damit auch knapp 4 Jahre lang weggebeamt, bin aber zum Glück wieder davon los gekommen. Gehe meinen Weg jetzt seit knapp 6 Monaten (privat 100% Frau, Arbeit folgt im Sommer)

    GLG Tanja

    • Maya sagt:

      Hi Tanja,
      ja es war WoW, heute frage ich mich wie ich derart tief drin sein konnte. Ich habe es mal wieder versucht, aber regelmäßig nach spätestens 2 Stunden ist es langweilig und für eine ganze Zeit uninteressant. Der “Bedarf” dort Erfolge zu erzielen (Server/EU-First-Irgendwas oder Titel) ist nicht mehr da. Es war eben schwer mich so zu beschäftigen, dass ich nicht mehr an das TS-Thema denken musste.
      Ich gratuliere dir zu deinem Weg und wünsche dir alles Gute dabei! Auch bei der Arbeit nimmt es viel Spannung raus. Ich kann es zwar nur mit dem Studium vergleichen, aber da hatte ich wegen jedem Mist eine Verspannung, heute ist das alles weich am Rücken, auch wenn die Welt um mich rum gerade in Panik herumrennt. ;-)

      Ganz liebe Grüße und ein frohes Fest
      Maya

  2. Mio sagt:

    Heute weiß ich das ich suchtgefährdet bin.
    2005 wusste ich das leider noch nicht, bis dahin war es kein Problem, Schule war einfach und Games hatten ein Limit da Singleplayer, und irgendwann ist man “durch”.
    Dann kam Internet, WoW und eine eigene Wohnung, eine tödliche kombi.
    Von da an war es 6 Jahre lang Worldfirsts, Serverfirsts, Progress.
    Die Bilanz? kein Job, keine Ausbildung, keine Freunde, kein Geld
    aufgehört hab ich nur weil ich meine Wohnung nicht mehr halten konnte und zurück musste zu meinen Eltern, eine gute Sache!
    Dort hatte ich zum ersten mal seit Jahren Zeit nachzudenken, und ich lernte jemanden kennen in WoW (ironie), eine Frau die sich mit mir ganz normal unterhalten hat und mit der man über alles reden kann.
    Von da an ging es relativ schnell, Alltagstest, Pläne und die Feststellung: “Das bin ich”;”Das ist richtig”.
    Heute führe ich ein relativ glückliches Leben, meine Vergangenheit ein Handicap das vieles erschwert.
    Im Endeffekt muss ich sagen ich hatte Glück und Pech.
    Pech das ich im falschen Körper geboren wurde mit Affinität zu einer tiefgreifenden Entwicklungsstörung (Asperger-Syndrome) und das in der DDR.
    Einen Psychologen hab ich bis zum 28. Lebensjahr nicht gesehen.
    Pech das ich deswegen keine Kindheit oder Jugend hatte.
    Glück das ich es bis zur Erkenntnis überlebt habe, die Selbstmordrate unter diesen Umständen ist verdammt hoch. ( Und ja ich habe es versucht)
    Ich hoffe das eine “Psychologische Evaluation” zum Standard bei Kindern und Jugendlichen wird, damit andere sowas nicht durchmachen müssen…

  3. Hi…
    Ich war früher schon einmal auf deinem Blog, aber seit meinem letzten Besuch hat sich doch einiges getan – vor allem dein Besuch in Korea ist ja hochspannend (leider für mich finanziell nicht tragbar :( )
    Du schreibst, es gäbe leider nur wenig tiefgründige Blogs ^^ hiermit möchte ich dich gerne einmal auf meine Seiten einladen. Ich versuche nicht die X-te Aufzählung der GaOP-Chirurgen durchzuführen, oder zu schreiben was eine Pä/Vä ist…eher beschreibe ich die ungeschönte Wahrheit im Alltag drum herum.
    Vielleicht kann ich dich ja zu einem Blick überreden :D

    LG,
    Mila

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