Meine (zweite) Stimm-OP

Ich habe es also gemacht. Es war wirklich eine lange Reise aber am 14.12. kam ich dann in Seoul an. Der Pick-up Service der Klinik hatte mich eingesammelt und beim Hotel abgesetzt. Mein Hotel liegt auch mitten in „der Straße“, eigentlich jedes Haus eine Schönheitsklinik – schon verrückt.
Der erste Tag war dann auch eher ereignislos, da ich erst etwas Schlaf nachzuholen hatte. Am zweiten Tag war das Vorgespräch. Ich hatte hier große Sorge, dass eine weitere OP nicht möglich sein könnte oder zu viele Einschränkungen nach sich ziehen würde. Die Untersuchung war sehr umfassend, doch zunächst sah sich Dr. Kim das Ganze mal selber an und erzählte etwas zu seiner Technik.

Der wesentliche Unterschied ist, dass er permanente Fäden verwendet und nicht nur einfach die Schleimhaut entfernt und dann die Stimmbänder vernäht. Er erhöht damit auch dauerhaft die Spannung der Stimmlippen. Ein Punkt der mir große Sorgen bereitet hat, war die Tatsache, dass durch das vernähen eine Luftverwirblung entstanden ist und ich dadurch einen Druck beim sprechen spüre, es also anstrengend ist und zum anderen meine Stimmlippen sehr schnell austrocknen. Dieses Problem umgeht er dadurch, dass er Gewebe von unterhalb der Stimmlippen annäht, sodass die Luft leichter an dem neuen Hindernis vorbei kann. Insgesamt also überzeugend, weil durchdacht, aber er stellte auch fest, dass es natürlich erst einer Untersuchung bedarf, um zu sagen, ob ich nach einer weiteren OP überhaupt noch genug Stimmumfang habe.

Mit diesem etwas mulmigen Gefühl ging es nun in die Untersuchungen. Texte lesen, Laute machen, dabei wurde auch der Luftdruck gemessen, ebenso wie die Anspannung an Zungen- und Halsmuskulatur. Eben sehr gründlich, u.A. auch eine high-speed Aufnahme meiner Stimmlippen in Aktion. Mit all diesen Test und Daten (Bluttest, EKG usw.) ging es nun zurück, er erklärt alles sehr genau und schildert, was er denkt erreichen zu können. Ich bin überglücklich, als er sagt, dass wir die 200er Marke knacken werden und dass mit der Ruhestimme. Zur Info: ab 200Hz zählt die Stimme als eindeutig weiblich. Was auch interessant ist, ist die Tatsache, dass ich die 8-fache der üblichen Energie zum sprechen aufwenden muss. Nach einer Röntgenaufnahme bin ich dann auch fertig.
OP am nächsten Tag: Ich bin super pünktlich und nun doch etwas aufgeregt, aber nun ist es soweit. 1,5 Stunden später liege ich auf dem OP Tisch, beim aufwachen, muss ich mich konzentrieren keinen Mucks zu machen. Er hat mir dazu geraten, dies auch einen vollen Monat so zu belassen. Voll einsatzfähig wird meine Stimme erst in 3-6 Monaten sein und der Erhöhungseffekt ist irgendwo zwischen dem 2-3 Monat zu erwarten. Ich darf also gespannt sein. Die ersten beiden Tage waren etwas unangenehm, wegen einem rauen Gefühl im Hals zusätzlich zu dem erhöhten Schleimaufkommen.
Es würde mir so eine Last von den Schultern nehmen, wenn diesmal alles geklappt hat. Die Stimme ist für mich immer noch eine der schwersten Hürden, wo doch vor dem Abflug sogar die Angestellte bei meiner Bank meinte, sie könnte mich aufgrund meiner Stimme -trotz Outing im Gespräch- nicht telefonisch authentifizieren. Ich bin gespannt was die Bank auf meine Beschwerde schreibt, einfach frech.
Nun habe ich schon ein paar Tage hier in Korea verbracht, damit das nicht ganz ohne ein wenig Sightseeing abläuft, habe ich am Dienstag eine kleine Tour gebucht. Auch nicht ganz unspannend, es geht an die Grenze. Ein anderer Thrill als zu Fuß und per Taxi etwas den Stadtteil zu erkunden. ;-)
Ich hoffe dann, dass am 23. beim Check-up alles gut ist und ich mit einem Meilenstein mehr nach Hause reisen kann.

Über Maya

Hallo ich bin Maya, um genau zu sein bin ich das einerseits schon mein ganzes Leben und dann wiederrum erst seit März 2012. Ich will hier meine Erfahrungen niederschreiben und meinen Weg beschreiben, den ich gerade gehe. Zu Beginn meiner Suche, hatte ich viele Fragen, was andere Denken, was sie fühlen und was sie antreibt. Mir tat es gut, von anderen zu lesen und mir tat es gut so zu merken, dass ich nicht alleine bin. Leider gibt es nicht viele schöne Blogs, die meisten sind recht kurz oder an vielen Stellen oberflächlich oder einseitig. Ich versuche hier auch objektiv zu berichten und hoffe, dass ich damit anderen betroffenen Menschen helfen kann. Mehr über mich findet ihr auf der Seite "Über mich..."
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