Ein ganz normaler Ostersonntag…

Andere Menschen wachen nach einem schönen Abend auf und wissen sie haben eine unangenehme Aufgabe zu erledigen, zum Beispiel die Wäsche, Aufräumen oder andere Dinge im Haushalt oder die Steuererklärung…

Ich wache auf und weiß, dass ich gestern wohl wirklich zu viel getrunken habe, aber es war schön, doch eine andere Sache beschäftigt mich. Mein Kopf dreht sich im Kreis, seit Wochen, irgendwann muss es also sein. Internet und YouTube werden mich in den nächsten Stunden begleiten. Wie geht es Transfrauen nach der OP? Finde ich Ergebnisse von Suporn? Ich werde fündig, ich konzentriere mich jetzt auf das was sein kann, nicht das was versprochen wird. Die lange schmerzhafte Heilphase, die Komplikationen und evtl. Probleme, beim alltäglichen funktionieren oder sogar beim Sex. Das geht vom Laufen, Sitzen bis hin zum Urinieren. Es ist eben nichts sicher. Ich atme durch, der Kaffee ist kalt, aber der Kater von gestern so langsam verzogen. Ich weiß nun warten die anderen Aufgaben auf mich.

Ich wundere mich immer noch, dass einige diese Heilphase ganz außer Acht lassen. Ein Video stimmt mich zum Ende dann doch wieder etwas versöhnlich, die Dame die so bitter über die Heilphase geklagt hat, hat Sex gehabt, mit viel Gleitgel, offenbar auch nicht ganz schmerzfrei und Komplikationen. Nun wird es so aussehen in Zukunft, warum will ich mir das antun? Schmerzen, hohe Risiken, nicht zuletzt auch viel Geld, um dann festzustellen, dass es optisch doch etwas daneben ist, irgendwie doch zu eng oder zu wenig tief ist? Irgendwie bin ich da, wo ich nie dachte zu sein, dazwischen, denn die Vorstellung es zu lassen wie es ist, ist schlimmer. Ich denke noch etwas über gesellschaftlichen Druck nach, dann mache ich Musik an, tippe den Blog und werde mich wohl meiner Wohnung annehmen.

Ich schätze deswegen sagt man es kostet Kraft und Energie. Ich mag aber mit offenen Augen diesen Weg gehen und habe mich lange genug mit Nichtstun gequält.

Über Maya

Hallo ich bin Maya, um genau zu sein bin ich das einerseits schon mein ganzes Leben und dann wiederrum erst seit März 2012. Ich will hier meine Erfahrungen niederschreiben und meinen Weg beschreiben, den ich gerade gehe. Zu Beginn meiner Suche, hatte ich viele Fragen, was andere Denken, was sie fühlen und was sie antreibt. Mir tat es gut, von anderen zu lesen und mir tat es gut so zu merken, dass ich nicht alleine bin. Leider gibt es nicht viele schöne Blogs, die meisten sind recht kurz oder an vielen Stellen oberflächlich oder einseitig. Ich versuche hier auch objektiv zu berichten und hoffe, dass ich damit anderen betroffenen Menschen helfen kann. Mehr über mich findet ihr auf der Seite "Über mich..."
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Eine Antwort auf Ein ganz normaler Ostersonntag…

  1. Mio sagt:

    Meine kleine liebe Maya. :)
    Ich habe mich über Ostern auch mal wieder viel zu viel mit allem Möglichen kram beschäftigt, ich war alleine, und leider krank, aber das Schicksal hat es nicht anders gewollt. Ich bin nicht wie geplant feiern gegangen, weil ich einfach nicht stark genug war mich dem Sexualtrieb des männlichen Geschlechts auszusetzen, meine Stimmung war so wechselhaft das mich einerseits jeder haben könnte, und ich andererseits den Traummann/frau von der Bettkante schubsen würde. Von den 4 Anträgen die ich schreiben wollte habe ich 0 geschrieben, und Ostern ist nun vorbei.

    Lange Rede kurzer Sinn, gerade bei GA-OP bin ich mir relativ sicher, das muss sein, und je früher desto besser.
    Warum? Weil es natürlich optische Vorteile mitsich bringt, weil es potentiell ein erfülltes Sexleben ermöglicht, weil es gerade den Umgang mit Heteromännern beim Flirt oder gar beim Sex stark vereinfacht und natürlich weil man mit dieser OP die Option hat “Stealth” zu gehen, den Begriff “trans” vollkommen hinter sich zu lassen.
    Was spricht dagegen/Risiken? Unabhängig davon wo man hingeht, gibt es natürlich Risiken, und ich habe von sehr vielen Erfahrungen gehört. Letzendlich ist das einzige was man bestimmen kann die potentielle Qualität des Ergebnisses und die Chance auf Komplikationen und da sind numal Ärzte wie Suporn und Schaff weit vorne.
    Und je älter man wird, desto niedriger sind die Chancen noch schöne Erfahrungen im Umgang mit der weiblichen Sexualität zu machen, die biologische Uhr tickt.

    Was die FFS angeht, kennst du ja meine Meinung vom Stammtisch, aber letzendlich musst du das selbst wissen/entscheiden, gerade wenn es dich an “Ihn” erinnert solltest du es machen, für dein Selbstwertgefühl.
    Wenn ich das Geld über hätte würde ich auch sofort eine FFS machen, obwohl niemand den ich bisher getroffen habe das unterstützen würde, “du hast doch so ein schön weibliches Gesicht”. Bei mir ist es denke wirklich nur Schönheitswahn, aber da ichs mir nicht wirklich leisten kann und andere Dinge weit wichtiger sind, bin ich denke vor mir selbst sicher.

    Du schaffst das schon, und wenn du willst kannst du dich auch mal bei mir Ausheulen. (ob physisch oder digital)

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